Drohneneinsatz in der Lehre zur Positionserfassung im Sport


Positionsdatenerfassung aus der Luft

Vermessung des Spielfelds für Vergleichsdaten mit (v.r.) Prof. Dr. Tiago Russomanno, Prof. Dr. Martin Lames und Studierenden

Vermessung des Spielfelds

Daniel Linke erklärt die Steuerung der Drohne

Videoaufzeichnung und Datenerhebung

"Unser Anspruch ist, unseren Studierenden innovative Technologien und deren Einsatz im Sport zu vermitteln", sagt Prof. Dr. Martin Lames. Der habilitierte Sportwissenschaftler ist Ordinarius des Lehrstuhls für Trainingswissenschaft und Sportinformatik der Technischen Universität München. Gemäß des Ziels lernten Studierende des Masterstudiengangs "Sport and Exercise Science" im Modul "Methods of performance analysis and testing", wie eine Drohne zur Erfassung von Positionsdaten verwendet werden kann.

Vergleichsweise günstig, Präzision recht gut

"Der Vorteil einer Drohne ist, dass die Technologie relativ günstig ist - insbesondere, wenn man diese mit anderen Systemen wie zum Beispiel Radar vergleicht, die eine sehr aufwändige Installation in Stadien oder Sporthallen erfordern. Gleichzeitig ist die Präzision der Messungen recht gut", erklärt Prof. Lames. Eingesetzt werden kann die Technologie beispielsweise zur Evaluation von Trainingseinheiten oder zur Erfassung von Matches in den Spielsportarten. Erste Anwendungsversuche hat beispielsweise in Ultimate Frisbee-Matches Prof. Dr. Tiago Russomanno unternommen. Der brasilianische Sportwissenschaftler von der Universidad do Brasilia ist seit Herbst Gastwissenschaftler am Lehrstuhl für Trainingswissenschaft und Sportinformatik. Er erklärte den Studierenden, welche Möglichkeiten mit der Drohne bestehen.

Für die Messung vermaßen die Studierenden zunächst Referenzpunkte auf einem Fußballfeld und kalibrierten die Messgeräte. Anschließend wurde jeder Studierende mit einem GPS-Sensor ausgestattet. Die Drohne wurde von Promovend Daniel Linke auf eine Höhe von 51 Metern über dem Spielfeld platziert. Dann bewegten die Studierenden sich für die Messung über das Spielfeld. Aus dem von der Drohne erstellten Video werden mittels Bilderkennungs-Software die Positionen ermittelt und mit den GPS-Daten verglichen.

Forschungsantrag beim BISp

Um Anwendungsmöglichkeiten der Drohne weitergehend zu untersuchen, haben Lames und Russomanno einen gemeinsamen Projektantrag hierzu beim Bundesinstitut für Sportwissenschaft (BISp) eingereicht, über den im Laufe des Jahres entschieden wird.

KONTAKT

Prof. Dr. Martin Lames
Lehrstuhl für Trainingswissenschaft und Sportinformatik
Georg-Brauchle-Ring 60/62
80992 München

Telefon: 089 289 24501
E-Mail: Martin.Lames(at)tum.de

Text & Fotos: Dr. Fabian Kautz