SoKool Sport

Analyse der Effekte einer Intervention im Sportunterricht zur Förderung der sozialen Kompetenz von Schülerinnen und Schülern

Soziale Kompetenz gilt als Schlüssel zur erfolgreichen Teilnahme am gesellschaftlichen Leben. Sie trägt zum Wohlbefinden von Kindern bei und hilft bei der Prävention von Risikoentwicklungen wie Mobbing und Gewalt im schulischen Umfeld. Die Förderung sozialer Kompetenz durch gezielte Unterrichtsmaßnahmen ist daher von hoher Bedeutung und der Sportunterricht eröffnet die Möglichkeit, im Rahmen aktiver körperlicher Betätigung soziale Lernziele aufzugreifen und alle Kinder und Jugendliche zu erreichen.

Da bislang nur vereinzelt empirische Befunde aus Interventionsstudien zur Förderung sozialer Kompetenz vorliegen, wird mit der Umsetzung des SoKool Sport-Projekts ein erster Versuch unternommen, die soziale Kompetenz im Sportunterricht systematisch zu fördern und die Effekte auf Schülerinnen und Schüler wissenschaftlich zu messen. Das Unterrichtskonzept zur Förderung der sozialen Kompetenz hat zum Ziel, den Schülerinnen und Schülern im Sportunterricht zunehmend Verantwortung zu übertragen, ihnen die Möglichkeit zu geben, eigene Stärken einzubringen und sich trotzdem ausreichend zu bewegen. Durch die Übernahme von Rollen und Aufgaben wird das Gruppengefüge und soziale Netzwerk einer Klasse positiv beeinflusst. Miteinbezogen werden Aufgaben aus dem Teambuilding, die nur durch Zusammenarbeit, Kooperation und mit Hilfe aller Teammitglieder bewältigt werden können. Sie verlangen soziale Kompetenz von den Schülerinnen und Schülern, ohne sie explizit deduktiv zu vermitteln.

Im Rahmen einer Evaluationsstudie wird das Unterrichtskonzept zur Förderung der sozialen Kompetenz über einen Zeitraum von acht Wochen von geschulten Lehrerinnen und Lehrern mit Schülerinnen und Schülern der 8. Klasse an Gymnasien durchgeführt. Die Datenerhebung zur Wirkung der Fördermaßnahmen auf die soziale Kompetenz erfolgt auf zwei Ebenen: Es wird a) das Wissen und die Fähigkeiten der Schülerinnen und Schüler über soziale Kompetenz gemessen und b) die Umsetzung und Anwendung dieser Fähigkeiten im Umgang mit Anderen. Zeitgleich wird die Zielvorgabe, die körperliche Aktivität hoch zu halten, beobachtet. Das sozial kompetente Verhalten der Schülerinnen und Schüler wird mit Hilfe eines Beobachtungssystems analysiert. Dabei werden ihr verbales und non-verbales Verhalten (z.B. klatschen, anfeuern, aufmuntern) in Wettbewerbssituationen (Fairness) und Teamchallenges (Kooperation und Gruppenzusammenhalt) sowie ihre körperliche Aktivität beobachtet. Zusätzlich soll ein Fragebogen im Rahmen einer Sportunterrichtsstunde beantwortet werden, in dem das Wissen der Schülerinnen und Schüler über soziale Kompetenz in spezifischen Situationen abgefragt wird. Durch eine Prozessevaluation soll durch Unterrichtsbeobachtungen überprüft werden, inwieweit die Unterrichtsinhalte zur Förderung der sozialen Kompetenz durch die Lehrerinnen und Lehrer umgesetzt werden konnten.

Innovationspotenzial und Mehrwert des Projekts

Im Fokus des Projekts zur Förderung sozialer Kompetenz steht die Entwicklung von Lehrmaterialien zur Förderung sozialer Kompetenz im Sportunterricht. Durch die Kooperation von wissenschaftlichem (TUM) und pädagogischem Personal (Lehrerinnen und Lehrer) wird sichergestellt, dass die entwickelten Materialien praktisch anwendbar sind und der wissenschaftliche Anspruch gewahrt bleibt. Die Berücksichtigung von Schülerperspektiven garantiert Aktualität und Zielgruppenpassung der entwickelten Materialien. Die Interventionsstudie zeigt Möglichkeiten und Grenzen der Förderung sozialer Kompetenz auf und strebt gleichzeitig eine hohe Bewegungszeit an. Zudem werden die entwickelten Materialien evaluiert und weiter verbessert, um diese in Form eines Workbooks für weitere Schulen zugänglich zu machen. Ein wissenschaftlicher Abschlussbericht über den Aufbau der Studie dokumentiert den Entwicklungsprozess und eine Diskussion der Ergebnisse kann weitere Forschungsmöglichkeiten im Hinblick auf Integrations- und Inklusionsmaßnahmen für komplexere und heterogenere Gruppen aufzeigen.