genEffects

Interventionseffekte auf Bewegungs- und Sitzverhalten von Mädchen und Jungen?

Nach den Richtlinien der Welt-Gesundheitsorganisation (WHO) sollen sich Kinder und Jugendliche täglich mindestens 60 Minuten moderat bis intensiv bewegen. In Deutschland erreichen jedoch nur 22,4 % der Mädchen und 29,4 % der Jungen diese Empfehlungen. Unabhängig von körperlicher Aktivität wirkt sich sedentäres Verhalten als Risikofaktor negativ auf das Herz-Kreislauf-System und den Stoffwechsel aus. Studien belegen, dass Mädchen deutlich häufiger inaktiv sind als Jungen. Auch Maßnahmen, welche die Bewegung fördern und sedentäres Verhalten verringern, wirken bei den Geschlechtern unterschiedlich. Das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderte Projekt genEffects analysiert die Effektivität von Maßnahmen zur Förderung von Bewegung und Reduktion von sedentärem Verhalten mit besonderer Berücksichtigung von sex/gender. Der erste Baustein war die Entwicklung einer Checkliste um die Interventionsstudien systematisch anhand ihres Umgangs mit sex/gender analysieren zu können. Hierfür wurde in einem iterativen Prozess eine „Sex/Gender Checkliste“ mit Unterstützung von nationalen und internationalen Experten entwickelt. Die zweite Projektphase besteht aus der Entwicklung systematischer Reviews. Hier werden Interventionsstudien für Kinder und Jugendliche, die entweder körperliche Aktivität fördern oder sitzendes Verhalten reduzieren, untersucht. Als Analyseverfahren werden die selbst entwickelte Checkliste sowie das Cochrane Risk of Bias Tool angewandt. Weiterhin werden bei passender Homogenität Metaanalysen durchgeführt. Mit Hilfe dieser systematischen Übersichtsarbeiten wird ein Überblick über die Studienlage gewonnen, um Interventionen effektiv und effizient einsetzten zu können und die Aktivität bei Mädchen und Jungen zu fördern. Der dritte Teil des Projekts ist der Übertrag der gewonnenen Erkenntnisse in die Praxis. Hierzu werden die theoretischen Ergebnisse in einem Workshop mit Stakeholdern analysiert und Empfehlungen für einen evidenzbasierten Praxistransfer erarbeitet und anschließend verbreitet. Das Projekt hat im Januar 2018 begonnen und läuft insgesamt zwei Jahre. Projektpartner sind die Pädagogische Hochschule Heidelberg, die TU Chemnitz (ab 15.05.2019 FAU Erlangen-Nürnberg) sowie die Cochrane Sex/Gender Methods Group.