Promoting ACtive Travel to School in Europe - ACTS

Ziel: Förderung des aktiven Schultransports (AST) mittels Fahrrädern bei Schülerinnen und Schülern im Alter zwischen 11 und 15 Jahren in Europa

Beschreibung: Das Projekt gliedert sich in vier Arbeitsschritte. Im ersten Arbeitsschritt wird eine sekundäre quantitative Analyse von Daten aus den Jahren 2002 bis 2018 von der Studie „Health Behaviour in School-age Children“ (HBSC) durchgeführt, die darauf abzielt, das aktive Schultransportverhalten (AST) von Jugendlichen im Alter zwischen 11 und 15 Jahren in Europa zu erforschen. Untersuchungsgegenstand wird es zum einen sein, die Prävalenz und den Trend des ASTs in Europa zu erheben, erbaute und soziale Umweltbarrieren sowie unterstützende Faktoren des ASTs zu identifizieren und potentielle Unterschiede zwischen ländlichen und städtischen Gebieten herauszufinden. Zum anderen werden Wissenschaftler in Deutschland, Tschechien und Polen die projektbezogenen wissenschaftlichen und praktischen Ergebnisse der HBSC-Analyse zusammenfassen (z.B. Assoziationen zwischen AST und allgemeiner/empfohlener körperlicher Aktivität oder Gesundheitsindikatoren).

Im zweiten Arbeitspaket wird in jedem der fünf teilnehmenden Länder eine gemischte Methodenstudie unter Verwendung von sog. „Concept Mapping Sessions“ durchgeführt. Bei dieser Bedarfsanalyse wird ein partizipativer Ansatz für die wichtigsten Akteure (Jugendliche, Eltern und Lehrer) gewählt, um Barrieren und unterstützende Faktoren für das Engagement beim AST zu analysieren.

Im dritten Arbeitspaket wird eine systematische Übersichtsarbeit verfasst, die darauf abzielt, Strategien und Effekte vielversprechender fahrradbasierter Interventionen zur Steigerung des ASTs bei Schülerinnen und Schülern zusammenzufassen. Auf der Grundlage dieses wissenschaftlichen Hintergrundes wird ein schulbasiertes Fahrradinterventionsprogramm entwickelt, umgesetzt und ausgewertet, welches den AST bei ca. 200 Schülerinnen und Schülern im Alter von 11 bis 15 Jahren der Klassen 5 bis 9 aus acht Klassen zweier Schulen (Interventions- vs. Kontrollgruppe) in jedem der fünf Länder fördert. Das Design der sechsmonatigen Intervention wird theoriebasiert sein und einen Fahrradpool mit 15 Fahrrädern für jede Schule, eine Schulung für Lehrer, Jugendliche und Eltern in Bezug auf Straßen- und Fahrradsicherheit sowie eine Zusammenarbeit zwischen Projektpartnern, lokalen Schulen und lokalen Fahrradläden beinhalten. Während der Interventionszeit wird die Prozessqualität von Lehrern, Eltern und Jugendlichen bewertet. Die Datenerhebung, die sich auf das AST-Verhalten, die Interventionseffekte und Barrieren sowie unterstützende Faktoren von AST bezieht, findet zu drei Messzeitpunkten statt (vor und nach der Intervention sowie drei Monate nach Beendigung der Intervention).

Der letzte Arbeitsschritt wird aus der Verbreitung der Projektergebnisse an die wichtigsten Interessengruppen in ganz Europa bestehen, um die Nachhaltigkeit des Projekts zu gewährleisten. Dazu wird eine Webseite des Projekts und jeder teilnehmenden Organisation gestaltet, lokale und soziale Medien (z.B. Facebook, Twitter) werden genutzt, Wissenschaftler werden auf Konferenzen Vorträge halten und Publikationen, Berichte, Infografiken oder Artikel für Zeitschriften anfertigen. Darüber hinaus werden lokale Veranstaltungen zur Sensibilisierung von Schulen organisiert, um Möglichkeiten zur Steigerung des ASTs anhand eines Best-Practice-Beispiels aufzuzeigen, über den gesundheitsfördernden Nutzen des ASTs zu informieren und Material zu verteilen (z.B. Konzepte, Toolbox und Richtlinien).

Partner: TUM (Deutschland, München), Pädagogische Hochschule Heidelberg (Deutschland, Heidelberg), Palacky Universität (Tschechische Republik, Olmütz), VU Universitätsklinikum (Niederlande, Amsterdam), Universität von Lissabon (Portugal, Lissabon) und Institut für Mutter und Kind (Polen, Warschau)

Förderung: Education, Audiovisual and Culture Executive Agency (EACEA), ERASMUS+ Sport Programme

Förderungsdauer: 3 Jahre

Link zur Projektseite der Europäischen Kommission