PAKTan

Physische Aktivität in Kitas altersgerecht nutzen – Reduktion gesundheitlicher Chancenungleichheit in Kitas der AWO Oberbayern

Die Chancen auf ein gesundes Aufwachsen sind für Kinder ungleich verteilt, und die Gesundheit von Kindern hängt auch in Deutschland stark von ihrer sozialen Lage ab. Kitas erreichen heute einen Großteil der Kinder und ihrer Eltern und bilden als erste Stufe unseres Bildungssystems einen idealen Ort für frühzeitige, altersgerechte Gesundheitsförderung und Prävention. Hier setzt das gemeinsame Projekt „PAKTan“ der Fakultät für Sport- und Gesundheitswissenschaften der TU München (TUM) und der Arbeiter Wohlfahrt (AWO)AWO Oberbayern an. „PAKTan“ widmet sich der Verbesserung gesundheitlicher Chancengleichheit von Kindern in der Lebenswelt Kita, wobei neben der Entwicklungsförderung insbesondere die Förderung physischer Aktivität in den Blick genommen wird.

Auf einen Blick

Das Projekt PAKTan will gesundheitsgerechtes Verhalten unterstützen sowie gesundheitsförderliche Rahmenbedingungen in der Lebenswelt Kita herstellen und richtet sich insbesondere an alle Kinder und Fachkräfte in den drei beteiligten Einrichtungen der AWO Oberbayern.

Es gilt, Gesundheit und Bewegung als feste Bestandteile der Einrichtungskultur der Kitas zu integrieren. Hierfür werden gesundheits- und bewegungsförderliche Interventionen, die verhältnis- und verhaltenspräventive Maßnahmen verknüpfen, partizipativ und bedarfsorientiert mit den Akteuren vor Ort konzipiert und gestaltet. Gleichzeitig werden die Fachkräfte in prozessbegleitenden Qualifizierungen in ihren Gesundheitskompetenzen gestärkt.

Innerhalb der Projektlaufzeit von PAKTan werden Qualität und Wirksamkeit der Interventionen geprüft und eine langfristige Integration in den drei beteiligten Einrichtungen der AWO Oberbayern sichergestellt. Parallel hierzu wird ein Konzept zur einrichtungsübergreifenden Weiterverbreitung und zum nachhaltigen Transfer entwickelt.

Gefördert im Rahmen der Landesrahmenvereinbarung Prävention Bayern durch die AOK Bayern - Die Gesundheitskasse, den BKK Landesverband Bayern, die IKK classic, die KNAPPSCHAFT, die SVLFG, den Verband der Ersatzkassen sowie das Bayerische Staatsministerium für Gesundheit und Pflege und der LRV Geschäftsstelle Bayern.

Hintergrund

Kinder sind im Vergleich der Armutsgruppen in Deutschland am häufigsten von Armut betroffen oder bedroht, was maßgeblich mit ihrer sozialen Lage assoziiert ist. Die soziale Lage hängt aufgrund vielfältiger Wechselwirkungen stark mit der Gesundheit der von Armut betroffenen Kinder zusammen. Armut und eine dadurch bedingte schwierige soziale Lage wirkt sich negativ auf die Gesundheit aus. So werden frühe Weichen für die Gesundheit im späteren Leben gestellt. Ein wesentlicher Aspekt sind hierbei u.a. ungünstige Gesundheitsverhaltensweisen, wie etwa eine geringere körperliche Aktivität. Insgesamt sind dadurch die Gesundheitschancen und ein gesundes Aufwachsen für Kinder in Deutschland ungleich verteilt. Auch in den ausgewählten Kitas der AWO Oberbayern sind bei den Kindern die vier zentralen Lebenslagendimensionen (materiell, kulturell, sozial, gesundheitlich) unterschiedlich stark ausgeprägt, was deren Lebenssituation maßgeblich beeinflusst.

Immer mehr Kinder in Deutschland werden in Kitas betreut. Als erste Stufe des Bildungssystems bilden Kitas hierbei eine zentrale Stellschraube der frühzeitigen, altersgerechten Gesundheitsförderung, in denen alle Kinder erreicht werden können, also auch sozial benachteiligte. Kinder können so in einer entscheidenden Entwicklungsphase von Fachkräften begleitet werden, was erhebliche Möglichkeiten zur Förderung einer gesunden Entwicklung mit sich bringt.

Bisher ist Bewegungs- und Gesundheitsförderung jedoch kein obligatorischer Bestandteil der Ausbildung von Erzieher*innen. Insofern sind mehr bedarfsgerechte Konzepte notwendig, um die Chancen der Lebenswelt „Kita“ bei der Verbesserung gesundheitlicher und sozialer Chancengleichheit von Kindern zukünftig noch besser nutzen zu können.

Vor dem Hintergrund des positiven Zusammenspiels zwischen körperlicher Aktivität, motorischer Leistungsfähigkeit, kognitiver sowie sozial-emotionaler Entwicklung und Gesundheit, greifen die modularen Interventionen primär spielerische Bewegungsangebote in der Natur auf, um so die Leistungsfähigkeit der Kinder zu fördern.

Ziel des Projekts

Übergeordnetes Ziel des Projekts PAKTan ist die nachhaltige Verbesserung gesundheitlicher Chancengleichheit von Kindern in der Lebenswelt Kita. Dies wird erreicht durch:

  • Konzeption eines stabilen, alltäglichen Interventionskonzepts in Form eines modularen Baukastenprinzips auf wissenschaftlicher Basis
  • Empowerment der Fachkräfte als Multiplikator*innen der Gesundheitsförderung im Kita-Alltag

Ablauf des Projekts

Die Abbildung zeigt das Vorgehen im Projekt PAKTan, das sich an der partizipativen Vorgehensweise des Intervention Mapping Approach (IMA) orientiert. Außerdem werden die zentralen Handlungsprinzipien des Projekts im Sinne der Gesundheitsförderung und Prävention dargestellt.