Forschung

Wir betreiben Interventionsforschung in den Bereichen Gesundheit und Bildung. Durch die Gestaltung von Lebens(um)welten und mit kompetenzorientierten Ansätzen befähigen wir Menschen zu einer aktiven, gesunden und nachhaltigen Lebensweise. Damit wollen wir einen relevanten Beitrag zu einer zukunftsfähigen Gesellschaft leisten.

In der gesundheitsbezogenen Interventionsforschung setzen wir unseren Schwerpunkt auf Gesundheitsförderung und Prävention. Im Bildungsbereich fokussieren unsere Interventionen Persönlichkeits- und Nachhaltigkeitsbildung. Wir agieren in den Lebenswelten Schule, Betrieb, Kommune und Gesundheitseinrichtung. Durch die Entwicklung und Umsetzung von didaktischen Konzepten stärken wir Gesundheitskompetenzen und fördern Bildungsprozesse – Bewegung, Spiel und Natur dienen dabei als Impulsgeber. Transdisziplinäres Vorgehen und Partizipation ermöglichen die nachhaltige Implementierung der Interventionen. Mit unseren Projekten greifen wir gesellschaftlich relevante Herausforderungen auf, wie Chancengleichheit in Gesundheit und Bildung, demographischer Wandel und nachhaltige Entwicklung.

CaRe∙source

Langzeitpflege gestalten, Gesundheit fördern, Menschen befähigen

Klima bewegt!

Klimaschutz in Sportunterricht & Schule

SINN-i

International Sports-Innovation-Network 

SuM PLuS

Sportunterricht und Motivation

Innovatives Draußenschuleprojekt

Die Prävalenz für psychische Auffälligkeiten und unzureichende körperliche Aktivität ist im Kindes- und Jugendalter in Deutschland konstant hoch. Zudem steigt der Leistungsdruck bereits ab dem Grundschulalter. Studien aus verschiedenen wissenschaftlichen Fachrichtungen deuten darauf hin, dass ein Mindestmaß an körperlicher Aktivität, der Aufenthalt in der Natur bzw. die Kombination beider Bedingungen sowohl positive Veränderungen des physischen und psychischen Wohlbefindens als auch der kognitiven Leistungsfähigkeit von Kindern und Jugendlichen herbeiführen kann. Im Rahmen des Projekts „Lernen in der Natur – Aspekte der physischen und psychischen Gesundheit, der Lernmotivation, der Lernleistung sowie des Naturbezugs im regelmäßigen Draußenunterricht“ werden in Kooperation mit dem Anna-Essinger-Gymnasium (Ulm) die Implementierung und die Auswirkungen eines Outdoor-Unterrichtskonzepts auf verschiedene Parameter der Schüler*innen dokumentiert, erfasst und interpretiert. Das Projekt läuft seit Mitte des Jahres 2019 bis Ende 2020.

Evaluation des Mitarbeiter Check-Ups und der stationären Angebote zur Gesundheitsförderung der Siemens AG

Die Förderung von körperlicher Aktivität, gesunder Ernährung und psychischer Gesundheit der Mitarbeitenden haben bei der Siemens AG einen hohen Stellenwert. Ziel des Projekts ist es, die Standardisierung und die Nachhaltigkeit der verschiedenen Gesundheitsmaßnahmen der Siemens AG zu überprüfen. Die Professur für Sport- und Gesundheitsdidaktik der TU München erhebt im Rahmen der Evaluation das Gesundheitsverhalten, die gesundheitsbezogene Lebensqualität und die Belastungserfahrungen der Mitarbeitenden über den Verlauf der Maßnahmen zur Gesundheitsförderung der Siemens AG. Diese Gesundheitsparameter werden zur ganzheitlichen Evaluation der Präventionsmaßnahmen mit den medizinischen Daten der betriebsärztlichen Dienststellen des Unternehmens kombiniert. Das Evaluationsprojekt ist vorerst bis Ende 2020 befristet. Kontakt: Simon Blaschke

Handball in der Grundschule

Gefördert vom Deutschen Handballbund (DHB), dem Bayerischen Handball-Verband (BHV) und dem Bayerischen Landes-Sportverband (BLSV) findet ein dreijähriges Projekt zum Thema „Handball in der Grundschule“ statt. Die Organisation, Durchführung und inhaltliche Gestaltung eines wissenschaftlichen Symposiums im Rahmen der Handballweltmeisterschaft mit Standort Münchner Olympiahalle im Januar 2019 war ein erster Meilenstein der Projektdurchführung. Ein weiteres Projektziel war die Publikation des praxisorientierten Lehrbuchs Handball für Kinder in Schule und Verein. Darauf aufbauend werden konkrete Unterrichtsmaterialen und Fortbildungsangebote konzipiert, die die Lehrkräfte und den BHV sowie den DHB dabei unterstützen, den Unterricht in der Sportart Handball zum Nutzen der Schüler*innen weiterzuentwickeln. Als weitere Schwerpunkte des Projekts sind die Organisation eines Kinder- und Schulhandballkongresses sowie die Weiterentwicklung der Handballlehre für TUM-Lehramtsstudierende mir einer mögliche Lizenzierung der Studierenden geplant. Kontakt: Ben Schulze

Tanzen und Persönlichkeit - Effekte einer Tanzintervention auf Aspekte des Selbst von Schülerinnen und Schülern

In den Schuljahren 2019/20 und 2020/21 soll ein Tanz-in-Schulen-Projekt an einer Münchner Grundschule mittels eines Mixed-Method-Ansatzes wissenschaftlich begleitet werden. Das Projekt wird aufbauend auf den Ergebnissen eines systematischen Reviews (Schwender et al., 2018) entwickelt, durchgeführt und evaluiert. Ziel der Interventionsstudie ist es, die Wirkungsweisen der Teilnahme an einem Tanzprojekt auf ausgewählte Aspekte des Selbst der Teilnehmer*innen qualitativ und quantitativ zu erfassen. Als abhängige Variablen sollen vor allem das tänzerische Selbstkonzept sowie das allgemeine Selbstkonzept zum Feststellen von etwaigen Übertragungseffekten berücksichtigt werden. Kontakt: Tina Schwender

SoKool Sport - Sozialkompetenz-orientiert Lernen im Sportunterricht

Soziale Kompetenz gilt als Schlüssel zur erfolgreichen Teilnahme am gesellschaftlichen Leben. Sie trägt zum Wohlbefinden von Kindern bei und hilft bei der Prävention von Risikoentwicklungen wie Mobbing und Gewalt im schulischen Umfeld. Die Förderung sozialer Kompetenz durch gezielte Unterrichtsmaßnahmen ist daher von hoher Bedeutung und der Sportunterricht eröffnet die Möglichkeit, im Rahmen aktiver körperlicher Betätigung soziale Lernziele aufzugreifen und alle Kinder und Jugendliche zu erreichen. Im Rahmen des Projekts SoKool Sport  - Sozialkompetenz-orientiert Lernen im Sportunterricht, werden die Effekte einer Intervention im Sportunterricht zur Förderung der sozialen Kompetenz von Schülerinnen und Schülern evaluiert, Materialien praktisch erprobt und gleichzeitig eine hohe Bewegungszeit angestrebt. Kontakt: Iris Schüller

Multiple Gesundheitsverhaltensweisen

In Kooperation mit dem Helmholtz Zentrum München und unter Verwendung von Daten der KORA (Kooperative Gesundheitsforschung in der Region Augsburg)-Studie wird das Zusammenwirken verschiedener (Risiko)-Verhaltensweisen in der Bevölkerung untersucht. In einem zweiten Schritt wird der Zusammenhang der Verhaltensmuster mit verschiedenen medizinischen Outcomes analysiert. Dies bildet die Basis für maßgeschneiderte zielgruppenspezifische Gesundheitsförderprogramme. Kontakt: Matthias Rabel

Ganztag aktiv?!?

Die flächendeckende Umstellung auf die Ganztagsschule wird als eine der größten Reformen in der deutschen Schullandschaft eingeordnet. Zukünftig werden Kinder in Ganztagsschulen mehr Zeit in der Schule verbringen als es bisher in Halbtagsschulen der Fall ist. Dieses "Mehr an Zeit" wird sowohl als Chance als auch Risiko für das Aktivitätsverhalten der Kinder gesehen. Ziel dieses Forschungsprojekts ist es herauszufinden, ob sich das Aktivitätsverhalten von Grundschulkindern durch die Umstellung auf die Ganztagsschule im Vergleich zur Halbtagsschule verändert. Kontakt: Filip Mess & Arvid Kuritz


Abgeschlossene Projekte

Biologische Indikatoren der Stress-Resilienz durch Draußenunterricht

Im Projekt “Draußenunterricht – Ein Jahr im Wald“ hat unsere Arbeitsgruppe in Kooperation mit dem Zentralinstitut für seelische Gesundheit in Mannheim, der Abteilung Sportmedizin, Prävention & Rehabilitation der Johannes Gutenberg Universität Mainz und der Universität Stavanger den Einfluss von regelmäßigem, naturnahem und lehrplankonformen Schulunterricht auf biologische Indikatoren der Stress-Resilienz erforscht. Dazu wurde im Schuljahr 2014/2015 der regelmäßige Draußenunterricht und der reguläre Unterricht bei Schüler*innen des Gymnasiums Englisches Institut Heidelberg untersucht. Ein besonderer Forschungsschwerpunkt lag auf den Zusammenhängen zwischen dem Aktivitätsverhalten und der Cortisolreaktivität sowie auf dem lernmotivationalen Verhalten während des Draußenunterrichts im Vergleich zum normalen Unterricht. Kontakt: Christoph Becker

Outdoor Education – ELPIN-Projekt

Das Lernen außerhalb des Klassenzimmers gewinnt im internationalen Kontext, vor allem in Skandinavien und im anglo-amerikanischen Raum, immer mehr Bedeutung. Unter der Leitung von Dr. Ulrich Dettweiler wurde seit 2012 an der TUM das ELPIN-Projekt entwickelt. Den didaktischen Kern des "Expeditionary Learning" bilden naturwissenschaftliche Forschungsexpeditionen, bei denen Schülerinnen und Schüler in verschiedenen Kleingruppen im Gelände Daten aufnehmen und anschließend im Labor auswerten. Hier kooperiert die Arbeitsgruppe mit dem Schülerforschungszentrum Berchtesgadener Land der TUM School of Education sowie dem Schyren-Gymnasium Pfaffenhofen/Ilm. Kontakt: Christoph Becker

Toben macht schlau

Seit 2006 bietet die Kurt Henn-Stiftung jährlich für alle Erstklässler aus Baden-Baden und Sinzheim einen umfangreichen Fitnesstest an, um mögliche Schwächen und Defizite frühzeitig zu erkennen und sie mit speziellen Sportförderstunden auszugleichen. Die Initiative „Toben macht schlau“ wird von Prof. Dr. Filip Mess wissenschaftlich begleitet. Kontakt: Filip Mess