SEE & raus!: Neue Nachhaltigkeitsprojekte der Professur für Sport- und Gesundheitsdidaktik

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Gruppenfoto des Projektteams „SEE" inklusive Projektleiterin Dr. Barbara Eigenschenk (6. v. r.)
Internationale Partner_innen nahmen vom 13. bis 15. November 2023 an der interaktiven Abschlusstagung des Projektes auf der Burg Schwaneck teil
Prof. Dr. Filip Mess, Leiter der Professur für Sport- und Gesundheitsdidaktik

Berge, frische Luft, Naturlandschaften. Outdoor-Sportarten begeistern Menschen vielerorts, insbesondere in Bayern. Allerdings bestehen auch Risiken für die Natur, wie die intensive Nutzung der Lebensräume durch Sportler_innen.

Das europaweite Projekt SEE (Sustainability and Environmental Education in outdoor sports) der Professur für Sport- und Gesundheitsdidaktik stellt pädagogische Methoden für Guides, Trainer_innen und Ausbilder_innen als Multiplikator_innen bereit, um die negativen Auswirkungen der Nutzung von Naturräumen zu minimieren und nachhaltiges Verhalten zu fördern. Das Vorhaben wird vom Erasmus+ Programm der Europäischen Union mit einer Summe von 400.000 Euro bezuschusst. „Ich freue mich sehr, dass es uns mit diesem internationalen Projekt gelungen ist, wesentliche Aspekte unserer Forschungsexpertise miteinander zu verknüpfen, nämlich körperliche Aktivität in Naturräumen mit gesundheitlichen Aspekten und mit Bezug zu einer Bildung für nachhaltige Entwicklung“, erläutert Prof. Dr. Filip Mess, Leiter der Professur für Sport- und Gesundheitsdidaktik.

Hochkarätige, internationale Partner_innen aus den Bereichen des Naturschutzes, der Outdoor-Sportarten sowie der Bildungseinrichtungen nahmen vom 13. bis 15. November 2023 an der interaktiven Abschlusstagung des dreijährigen Projektes auf der Burg Schwaneck teil. Projektleiterin Dr. Barbara Eigenschenk zeigte sich begeistert über das Event, das neben Networking und Vorträgen auch praktische Workshops bot: „Mit dem Event ist es uns gelungen, Akteure aus dem Outdoorsport und Naturschutz in einen Dialog zu bringen und vielfältige, praxisnahe Wege aufzuzeigen, wie das Thema Nachhaltigkeit in der Ausbildung von Outdoorsport-Multiplikator_innen umgesetzt werden kann“, so Dr. Eigenschenk.

In vier Entwicklungsphasen wurde ein Toolkit aus über 70 Spielen und Methoden entwickelt, das für ein Bewusstsein der nachhaltigen Nutzung von Lebensräumen sensibilisieren soll. „Nur, weil jemand oft in die Natur geht, heißt es noch lange nicht, dass er oder sie auch weiß, wie man sich dort verhalten soll. In der Natur hat der Mensch eine besondere Verantwortung. Dabei geht es um Themen wie die Lebensräume von Tieren zu achten, bestenfalls mit den öffentlichen Verkehrsdiensten zu fahren, aber auch darum, wie man die Natur besonders intensiv erleben kann“, erläutert die Mitarbeiterin der Professur für Sport- und Gesundheitsdidaktik.

Der länder- und sportartenübergreifende Methodenkoffer wird allen europäischen Verbänden und Ausbildungsbetrieben des Outdoorsports zur Verfügung gestellt und enthält unterschiedliche Themen wie beispielsweise Wildleben, Abfallvermeidung oder Mobilität. Außerdem wird den Multiplikator_innen eine Prozessbeschreibung an die Hand gegeben, wie die Methoden in die eigene Ausbildung eingebunden werden können. „Es muss ein Bewusstsein bei den Ausbilder_innen und Sportler_innen geschaffen werden, Problemfelder der eigenen Sportart zu identifizieren und anzugehen – um nachhaltigen Sport zu fördern“, erklärt Dr. Eigenschenk.

Gemeinsam spielerisch Klimaschutz erleben – Mit dem Projekt raus!

Das Verbundprojekt raus!, das vom Bundeministerium für Wirtschaft und Klimaschutz mit einer Summe von 121.000 Euro gefördert wird, richtet sich an die Zielgruppe Familie und will diese befähigen, im nahegelegenen Wohnumfeld Bewegung zu erfahren und gleichzeitig etwas über nachhaltige Entwicklung zu lernen. „Die Idee ist zur Corona-Pandemie entstanden“, erklärt Projektleiterin Dr. Eigenschenk. „Ziel des dreijährigen Vorhabens ist es, die Handlungskompetenzen zum Thema Klimaschutz zu stärken und gleichzeitig das Aktivitätslevel zu erhöhen.“

Um diese Ziele zu erreichen, soll eine „Familien-Toolbox“ entwickelt werden, mit unterschiedlichen Spiel- und Lernansätzen: „Die Box wird ein breites Spektrum an Spielen und Aufgaben für die unterschiedlichen Bedürfnisse der Familien enthalten. Das reicht von Basisaufgaben wie Entdeckerübungen im nahegelegenen Wald oder Familienfotos mit Naturmaterialien bis hin zu komplexeren Übungen wie einer Upcycling-Olympiade oder einem Mobilitäts-Bingo“, so Dr. Eigenschenk.

Neben der Entwicklung der Toolbox, die in Zusammenarbeit mit Expert_innen, Gemeinden und Bildungslokalen erfolgt, sowie anschließender Testphase mit Familien wird die Einbindung in eine Web-App erfolgen, die einen einfachen Zugriff gewährt. Abschließend soll die Toolbox deutschlandweit über verschiedene Kanäle verbreitet werden.

„Mit dem Projekt raus! wollen wir einen systemischen, lebensweltübergreifenden Ansatz umsetzen und wichtige gesellschaftliche Herausforderung – Gesundheitsverhalten, Gesundheit und Klimaschutz – bereits bei den Jüngsten mit und in ihrem Umfeld mit spielerischen Elementen thematisieren“, erklärt Prof. Mess.  


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Kontakt:

Prof. Dr. Filip Mess
Professur für Sport- und Gesundheitsdidaktik
Georg-Brauchle-Ring 60/62
80992 München

Tel.: 089 289 24520
E-Mail: filip.mess(at)tum.de

Dr. Barbara Eigenschenk
Professur für Sport- und Gesundheitsdidaktik
Georg-Brauchle-Ring 60/62
80992 München

E-Mail: barbara.eigenschenk(at)tum.de


Text: Bastian Daneyko
Fotos: Privat