Neues Projekt „PAKT an“ in Zusammenarbeit mit dem AWO Bezirksverband Oberbayern


Dr. Thorsten Schulz, Prof. Dr. Filip Mess und Dr. Florian Kreuzpointner (v. l.) haben das Projekt "PAKT an" ins Leben gerufen

Die Arbeiterwohlfahrt (AWO) Oberbayern ist Träger der drei involvierten KiTas

Der Lehrstuhl für Sport- und Gesundheitsdidaktik von Prof. Dr. Filip Mess hat gemeinsam mit Dr. Thorsten Schulz vom Lehrstuhl für Präventive Pädiatrie und Dr. Florian Kreuzpointner, Leiter des Präventionszentrums, sowie dem Bezirksverband Oberbayern der Arbeiterwohlfahrt (AWO) erfolgreich einen Projektantrag mit dem Titel „PAKT an“ zur gemeinsamen Förderung im Rahmen der Landesrahmenvereinbarung (LRV) Prävention Bayern eingereicht. Im Zuge der LRV investieren gesetzliche Krankenkassen in Bayern in Aktivitäten aus den Bereichen Prävention und Gesundheitsförderung. Ein weiteres Teilprojekt, die Evaluierung der wissenschaftlichen Arbeit, wird vom Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) unterstützt. Die Gesamt-Fördersumme für die Fakultät liegt bei 198.000 Euro.

Mit „PAKT an“ soll ab März 2020 in Kindertagesstätten (KiTas) der AWO Oberbayern die gesundheitliche Chancenungleichheit von Kindern bis zwölf Jahren reduziert und physische Aktivität altersgerecht unterstützt werden. Dafür wurden mit den KiTas Puchheim, Penzberg sowie Unterföhring drei Einrichtungen der AWO im Umkreis München ausgewählt, in denen je nach Standort die vier zentralen Lebenslagendimensionen (materiell, sozial, gesundheitlich, kulturell) der Kinder unterschiedlich stark ausgeprägt sind, was deren Lebenssituationen maßgeblich beeinflusst. In den drei KiTas werden insgesamt 267 Kinder im Alter zwischen ein und zwölf Jahren unterschiedlicher Nationalitäten betreut. Viele der Kinder besitzen einen Migrationshintergrund oder haben sogar Fluchterfahrung machen müssen. Einige Kinder haben eine Behinderung oder sind davon bedroht. Teilweise leben die Familien in Hochhäusern mit beengten Wohnverhältnissen und belastenden Wohnumwelten.

Das Ziel des gemeinsamen Projektes ist es, die bestehenden Ungleichheiten von Kindern in den beiden Lebenslagendimensionen sozial und gesundheitlich durch spezifische Interventionen in der Lebenswelt KiTa zu reduzieren, um so die Lebenssituationen und Zukunftschancen dieser Kinder nachhaltig zu verbessern. „Wir wollen Spiel- und Bewegungsprogramme mit vielen interagierenden und kommunikativen Anteilen entwickeln – mit der Absicht, verschiedene Entwicklungsdimensionen der Kinder zu beeinflussen. Die Kinder sollen letzten Endes mehr Optionen bekommen, sich zu bewegen“, erklärt Prof. Filip Mess, Ordinarius des Lehrstuhls für Sport- und Gesundheitsdidaktik.

Das Besondere am Projekt ist, dass in drei Stufen getestet wird. „Zuerst soll eine Bestandsanalyse in den drei Einrichtungen durchgeführt werden, um anschließend spezifische Maßnahmen zu entwickeln, die vor allem der Reduktion gesundheitlicher Ungleichheiten dienen sollen. Nach der ersten Umsetzung der Maßnahmen findet dann eine Zwischenevaluation statt, woraufhin wir gegebenenfalls die Intervention anpassen“, so der Leiter des Präventionszentrums, Dr. Florian Kreuzpointner. „Am Ende führen wir dann noch einmal die Ausgangstests durch.“ Nach der Implementierung der Maßnahmen werden diese abschließend ausgewertet. „Durch die Förderung der LGL wird auch die Evaluierung von uns gesteuert“, erklärt Dr. Thorsten Schulz vom Lehrstuhl für Präventive Pädiatrie.

Das Konzept soll mit einem partizipativen Ansatz (intervention mapping approach) umgesetzt werden, so dass alle Personengruppen im Umfeld der Kinder eingebunden werden sollen. Dazu gehören die Eltern, aber auch die Erzieherinnen und Erzieher bzw. das Personal der KiTas, die entsprechend geschult werden sollen, um die Maßnahmen nach Abschluss des Projektes eigenständig fortsetzen zu können. Dadurch soll die nachhaltige Sicherung der aufgebauten gesundheitsförderlichen Strukturen innerhalb der Einrichtungen gewährleistet werden. Prof. Mess sieht darüber hinaus auch weiteres Umsetzungspotenzial: „Wir arbeiten mit dem Empowerment-Ansatz, das heißt, dass wir die Kompetenzen der Erzieherinnen und Erzieher stärken und zudem Materialien entwickeln wollen, die jedem zur Verfügung gestellt werden können. Unsere Idealvorstellung ist, dass das von uns entwickelte Konzept anschließend auf alle KiTas der AWO, aber auch auf KiTas und Einrichtungen anderer Träger, übertragen werden kann.“

Abschließend ist sich Dr. Schulz sicher, dass „die Interdisziplinarität und Zusammenarbeit der einzelnen Lehrstühle und Bereiche für dieses Projekt sehr wichtig ist und jeder mit seinem Erfahrungsschatz einen Teil zum erfolgreichen Gelingen beitragen kann“.
 

Zur gemeinsamen Pressemitteilung des Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit und Pflege und der Arbeitsgemeinschaft der Krankenkassenverbände in Bayern

Zum Lehrstuhl für Sport- und Gesundheitsdidaktik

Zum Lehrstuhl für Präventive Pädiatrie

Zum Präventionszentrum der Fakultät SG


Kontakt:

Prof. Dr. Filip Mess
Studiendekan Lehramt
Lehrstuhl für Sport- und Gesundheitsdidaktik
Georg-Brauchle-Ring 60/62
80992 München

Telefon: 089 289 24521
E-Mail: Filip.Mess(at)tum.de

Dr. Thorsten Schulz
Lehrstuhl für Präventive Pädiatrie
Georg-Brauchle-Ring 60/62
80992 München

Telefon: 089 289 24574
E-Mail: thorsten.schulz(at)tum.de

Dr. Florian Kreuzpointner
Leiter des Präventionszentrums
Georg-Brauchle-Ring 60/62
80992 München

Telefon: 089 289 24779
E-Mail: prevention-pz.sg(at)tum.de

Text: Romy Schwaiger
Foto: Fakultät für Sport- und Gesundheitswissenschaften