Sternstunden der Gesundheit - Wie fit und gesund sind Kinder in Stadt und Land?

Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind die häufigste Ursache für das vorzeitige Ableben. Grund dafür kann unter anderem ein ungesunder Lebensstil mit wenig Bewegung und Fehlernährung sein - Probleme, die bereits bei Kindern und Jugendlichen auftreten. Doch: Wie fit sind Kinder und Jugendliche in Stadt und Land? Und: Wie gesund sind die kindlichen Gefäße?

Der Lehrstuhl für Präventive Pädiatrie widmet sich im Rahmen des von der Stiftung Sternstunden mit 336 000 Euro geförderten Projekts diesen Fragen. Dafür wird mit dem Kreis Berchtesgadener Land, der Elterninitiative der Kinderklinik Großhadern sowie dem Kinderherzzentrum der Ludwig-Maximilians-Universität kooperiert. Für die Studie werden wissenschaftliche Daten von Fitness und Beweglichkeitswerten der Kinder sowie dem Zustand ihrer Arterien erhoben. Die Fitnesswerte werden beispielsweise durch Sit-ups und Liegestütze überprüft. Dehnungstests liefern Informationen zur Beweglichkeit der Kinder. Mittels Ultraschalldiagnostik werden die Wanddicke und die Elastizität der Halsschlagader bestimmt.

Seit Mai 2014 ist die Feldphase abgeschlossen. An 49 Tagen in 28 Wochen absolvierten die Teilnehmer_innen insgesamt 9320 Liegestütze, 23 096 Sit ups und 28 932 Pacer Bahnen - das entspricht einer Strecke von rund 579 Kilometern. Derzeit werden die erhobenen Daten weiter ausgewertet, Publikationen vorbereitet sowie erstmals Referenzwerte für die Gesundheit und den Gefäßzustand der Gruppe der 11-18-Jährigen errechnet.


Gemüse pflanzen – Gesundheit ernten – Ernährungsprojekt auf Kurs?

Tägliche Bewegung und ausgewogene Ernährung sind für die gesunde Entwicklung von Kindern wichtig und eng miteinander verknüpft. Da Kinder am leichtesten und nachhaltigsten durch vielfältige Sinneserfahrungen und aktives Handeln lernen, basiert das ganzheitlich ausgerichtete Schulgarten-Projekt „Gemüse pflanzen. Gesundheit ernten“ der BayWa Stiftung auf diesem kindgerechten Lernmodell. Ob die dabei gewonnenen Informationen und Erlebnisse der Kinder sich auch wissenschaftlich messen lassen, soll in einem Kooperationsprojekt des Instituts für Ernährungsmedizin und des Lehrstuhls für Präventive Pädiatrie der TU München wissenschaftlich untersucht werden.


Catch the (pulse) wave/MoSiC – oder wie gesund sind meine Adern?

Die Atherosklerose ist eine typische Erkrankung des Erwachsenen. Unumstritten ist dabei, dass sich diese Erkrankung über einen langen Zeitraum durch progrediente, subklinische Veränderungen des kardiovaskulären Systems entwickelt und schon im Kindesalter beginnt. Die Grundlagen für diese Erkrankung (Adipositas, Hypertonie, Hypercholesterinämie und Bewegungsmangel) werden häufig in frühen Jahren gelegt. Das Ziel der Studie ist daher, die Elastizität der Gefäße im Zusammenhang mit motorischen Fähigkeiten der Kinder zu untersuchen.

Mit der Pulswellenanalyse steht eine neue nicht invasive Untersuchungstechnik zur Verfügung, die frühe Hinweise auf eine erhöhte Gefäßsteifigkeit als möglicher Vorläufer der Atherosklerose bietet. Zunehmend in Kardiologie und Neurologie im Erwachsenenalter eingesetzt, sollen in dieser Studie Normwerte für Kinder erhoben und mögliche Einflüsse von Körperkomposition, Blutdruck, Bewegungsaktivität und motorische Fähigkeiten erfasst werden. Durch dieses von der Deutschen Herzstiftung geförderte Projekt soll untersucht werden, wie früh und unter welchen Umständen bei Kindern Veränderungen der Gefäße entstehen können und ob motorische Fitness bei dieser Veränderung eine Rolle spielt. Dies soll die Basis für normwertbasierte Handlungsempfehlungen für eine sportliche Intervention von risikobehafteten oder bereits erkrankten Kindern darstellen. Langfristiges Ziel ist es, durch einfache diagnostische Möglichkeiten und realistische Handlungsempfehlungen eine Persistenz und Progredienz der im frühen Jugendalter beginnenden Erkrankung zu reduzieren.


Gender in der Medizin – geschlechtsspezifische pädiatrische Präventionsstudie zur Vorbeugung kardiovaskulärer Erkrankungen

Erstmalig wird an gesunden, übergewichtigen und Kindern mit angeborenem Herzfehler untersucht, ob die körperliche Aktivität und Fitness, die bei Mädchen und Jungen nachgewiesener Maßen unterschiedlich ist, eine Transferwirkung auf die Herz-Kreislaufgesundheit hat. Da es sich um eine pädiatrische Präventionsstudie handelt, stehen moderne nicht-invasive Untersuchungsmethoden, wie die Sonographie der A. carotis communis und A. brachialis im Vordergrund. Langfristig sollen die gewonnenen Ergebnisse die Grundlage für geschlechtsspezifische Sportinterventionsprogramme bilden. Die Studie wird durch das Programm „Gender in der Forschung“  gefördert und wurde mit dem Forschungspreis des Institute of Advanced Studies der Technischen Universität München ausgezeichnet.


GEWOS - Gesundes Wohnen mit Stil

Ziel dieses Projektes ist, durch die Nutzung verschiedenster Innovationspotenziale insbesondere aus dem Bereich des Ambient Assisted Living (AAL) ein für ältere Menschen attraktives Wohn- und Lebensumfeld zu gestalten. In diesem Umfeld sollen Bewegungsanregungen, Gesundheitsmonitoring und weitere gesundheitsfördernde Maßnahmen mit hohem Motivationsfaktor, hoher Akzeptanz und hoher Wirksamkeit verknüpft werden, mit dem Schwerpunkt der (primären) Prävention. Die unter diesen Gesichtspunkten zu gestaltende sozio-technische Systemlösung basiert auf einer Plattform, die unter Nutzung neuester informationstechnischer Erkenntnisse so gestaltet wird, dass gesundheitsrelevante Daten und Informationen dynamisch gespeichert und bewertet sowie Bewertungsregeln und Angebote zur Bewegungsanregung laufend aktualisiert werden können. An diese Plattform sollen unterschiedliche Endgeräte und Installationen – in diesem Projekt vorrangig ein „Bewegungssessel“ – im häuslichen Umfeld angeschlossen werden können; gleichzeitig dient sie als Schnittstelle zu gesundheitsrelevanter Expertise, zu Betreuern und anderen Dienstleistern im Gesundheitsbereich. Das Projekt wird mit einer Gesamtsumme von 2,3 Millionen Euro über das BMBF gefördert.


MuKis. Mutter-Kind Sport in München

Die Arbeitsgruppe um Frau Prof. Ziegler vom Helmholtz-Zentrum München hat diese Studie in Kooperation mit der Frauenklinik und Poliklinik der Technischen Universität München unter der Leitung von Prof. KTM Schneider und mit dem Lehrstuhl für Präventive Pädiatrie, Fakultät für Sport- und Gesundheitswissenschaft der Technischen Universität München unter der Leitung von Prof. Renate Oberhoffer die MuKiS-Studie ins Leben gerufen. MuKiS steht für Mutter-Kind-Sport in München. Diese Studie hat das Ziel, durch einen gesünderen Lebensstil Typ 2 Diabetes bei Frauen mit Schwangerschaftsdiabetes zu verhindern. Bei einer Teilnahme an der MuKiS-Studie profitieren die betroffenen Frauen: Sie erhalten ein Bewegungsprogramm unter fachlicher Betreuung, eine kostenlose Ultraschalluntersuchung inklusive Untersuchung des Herzens des ungeborenen Kindes und eine medizinische und sportliche Nachuntersuchung.


Kompetentes Altern sichern! (KompAs)

Modellversuch zur Gesundheitssicherung und –förderung durch die Entwicklung und Erprobung eines Programms zur gesundheitlichen Prävention für Erwachsene (ProPEr)

Der demographische Wandel der bundesdeutschen Bevölkerung betrifft Menschen mit und ohne Behinderung gleichermaßen. Zielsetzung des Projektes war es daher zu überprüfen, inwiefern ein für die Zielgruppe der älteren und alten Menschen mit geistiger Behinderung geeignetes praxisnahes Gesundheits- und Bewegungsprogramm die Chancen verbessern, zusätzliche Beeinträchtigungen zu vermeiden, lange Jahre gesund zu altern und die Lebensqualität zu steigern. (Kooperation mit der Universität Dortmund, Projekt gefördert von der Robert Bosch Stiftung 2004-2006)

Im Rahmen dieses Projektes sind zwei Bücher entstanden:

Gesundheitliche Prävention für Menschen mit Behinderung im späten Erwachsenenalter

Programm zur gesundheitlichen Prävention für Erwachsene (ProPEr). Ein Manual zur Gesundheitsförderung für ältere Menschen mit Behinderung


Dopingkontrollen in Deutschland - Eine Befragung von Athleten und Dopingkontrolleuren

Zur Sicherung eines fairen und dopingfreien Sports werden im Hochleistungssport regelmäßige Dopingkontrollen durchgeführt. Diese greifen in die Intimsphäre des zu kontrollierenden Athleten ein. Ein korrekter Ablauf und gleichzeitig taktvolles Vorgehen ist daher unbedingt erforderlich. Die subjektiven Erfahrungen und Empfindungen beim Ablauf der Dopingkontrollen, sowohl von Athleten als auch von Kontrolleuren, sollen im Rahmen eines Forschungsvorhabens untersucht und quantifiziert werden. Die Ergebnisse der Studie sollen dazu dienen, die Zufriedenheit und Akzeptanz in der Umsetzung des Dopingkontrollsystems in Deutschland zu erfassen. (BISp-gefördertes Projekt 2009-2010)


Genexpressionsscreening als unterstützende Methode in der klassischen Doping-Analytik

Nach heutigem Wissenstand resultiert aus der Einnahme leistungsfördernder Substanzen in der Regel eine gewebespezifische Genexpressionsmodulation. Aus diesem Grund liegt es nahe, alternative Techniken wie die realtime-PCR und Genarrays als mögliche Methoden in der Dopinganalytik zu etablieren und ihr Potential für die Praxis zu prüfen. Das Hauptaugenmerk der Studie liegt darin geeignete Gewebemodelle zu etablieren, um einen potentiellen Missbrauch verbotener Substanzen anhand spezifischer Genexpressionsmuster nachzuweisen. (WADA gefördertes Projekt 2007-2010)


Auswirkungen von Nahrungssupplementen auf verschiedene Zellkulturen

Das Nahrungsergänzungsmittel Kreatin erfreute sich im letzten Jahrzehnt zunehmender Popularität, sowohl im Freizeit-, als auch im Leistungssport. Dies liegt darin begründet, dass dieser Substanz ein potentieller „ergogener“ Effekt zugeschrieben wird. Zwar sind diese Effekte in den vergangen Jahren ansatzweise untersucht worden, aber durch die derzeit zunehmende und unübersichtliche Anzahl von Einzel- und Kombinationspräparaten, sind die positiven Effekte nicht immer eindeutig zu erklären. Dieses Projekt zielt darauf ab, die molekularbiologischen Auswirkungen von Kreatin auf verschiedene Zellsysteme zu untersuchen. (BISP gefördertes Projekt 2008-2010).


Munich Triathlon Heart Study

Triathlon Wettkämpfe stellen eine große Belastung für das Herz-Kreislaufsystem dar. Bisher gibt es keine Untersuchungen darüber, ob sich auch bei Kindern und Jugendlichen nach einer solchen Belastung akute Veränderungen der Herzfunktion nachweisen lassen. Im Rahmen des TUM Triathlons an der Regattastrecke in Oberschleißheim werden seit 2009 mittels Sonografie die Herzfunktion von Kindern und Jugendlichen im Alter von 10-16 Jahren vor und nach der Wettkampfbelastung untersucht.


Machbarkeitsanalyse Gesundheits- und Wanderregion Salzalpen

Im Rahmen dieser Machbarkeitsstudie sollen möglichst viele Einrichtungen aus dem Gesundheitssektor und -tourismus einer Ist-Analyse zu anerkannten Zertifizierungen / Gütesiegeln aus dem Gesundheitsbereich unterzogen werden. Dies erfolgt über eine differenzierte Befragung von Experten, Einrichtungen als auch von Gästen in der Modellregion. Auf Basis dieser Ist-Erhebung soll ein Kompetenznetzwerk aufgebaut werden, das leistungssport-, gesundheitsbezogenen sowie touristischen Einrichtungen in der EuRegio verbindet. Exemplarisch wird dies ausgearbeitet am Beispiel Berchtesgadener Land und Tennengau. Als Fernziel soll erarbeitet werden, ob es realistisch ist, in der genannten Modellregion ein grenzüberschreitendes Gesundheits- und Wanderzentrums zu installieren, um eine Vernetzung von "Mensch, Gesundheit und Mobilität" zu erreichen. Das Projekt "Machbarkeitsanalye Gesundheits- und Wanderregion Salzalpen" wird aus Mitteln des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) kofinanziert. Weitere Informationen zu diesem Projekt finden Sie unter www.salzalpen.eu


Dopingprävention – Info-Website zu Medikamentenmissbrauch und Doping

Das Projekt basiert auf einer Initiative der EU im Bereich der öffentlichen Gesundheit und beinhaltet die Kooperation 5 verschiedener Forschungszentren. Es fasst den wissenschaftlichen Kenntnisstand über die gesundheitlichen Nebenwirkungen durch Medikamentenmissbrauch im Sport zusammen, zeigt präventive Maßnahmen auf und stellt diese einer breiten Öffentlichkeit aus Theorie und Praxis vor. Die kreierte Internetseite bietet neben ausführlichen Hintergrundinformationen zur Funktionsweise des Körpers auch Unterrichtsmaterial zum Thema Doping-Nebenwirkungen. Die Übersetzung in 20 europäische Sprachen ermöglicht Lehrern und Trainern in der gesamten Europäischen Union, die Unterlagen zu Doping-Prävention kostenfrei zu nutzen. Nähere Informationen unter www.doping-prevention.com. (EU gefördertes Projekt 2005-2008)


Gesundheitliche Nebenwirkungen durch Doping

Im Rahmen eines von der EU finanziell geförderten europäischen Projektes wurde der aktuelle wissenschaftliche Kenntnisstand über gesundheitliche Nebenwirkungen durch Doping harmonisiert und in Form einer Foliensammlung didaktisch und methodisch aufbereitet. Da verschiedene Zielgruppen mit unterschiedlichen Vorkenntnissen in diversen Schulungen und Ausbildungsprogrammen teilnehmen, wurden die entwickelten Lehrmaterialien für drei verschiedene Schwierigkeitsstufen zusammengestellt.

Für jedes Anspruchsniveau (Low, Medium, High) wurde eine entsprechende Anzahl an Lehrfolien zusammengestellt, die kostenlos zum Herunterladen angeboten werden. Zu den Folien gibt es entsprechend dem Schwierigkeitsgrad einige Hintergrundinformationen in Textform (englischsprachig).

Die Projekt-Daten finden Sie unter www.biomedical-side-effects-of-doping.sp.tum.de.


Eine Analyse des Kenntnisstandes gesunder und behinderter junger Athleten hinsichtlich der gesundheitlichen Gefährdung durch Doping

Im Kampf um einen dopingfreien, fairen Sport sind auch in Deutschland bereits zahlreiche Anti-Doping-Initiativen ins Leben gerufen und Informationsmaterial entwickelt worden. Um die Nutzung solcher Informationsquellen im Rahmen der Dopingprävention zu verbessern wurde im Rahmen einer Umfrage überprüft, welchen Kenntnisstand über Doping Athleten, Ärzte und Trainer besitzen. Darüber hinaus wurde ermittelt, welche Informationsquellen und -wege bezüglich einer Information über die Gefahren des Dopings von den gefährdeten Zielgruppen der Athleten, Ärzte und Trainer in Anspruch genommen werden und wo aus ihrer Sicht Defizite in der Dopingaufklärung bestehen und daraus resultierend Bedarf gesehen wird. (BISp-gefördertes Projekt 2003-2005)

Publikationen zum Thema

Peters C, Selg PJ, Schulz T, Pabst H, Michna H
Die Dopingproblematik aus Sicht des Sportmediziners: Erfahrungen von deutschen Verbandsärzten und bayerischen Sportmedizinern

Peters C, Schulz T, Oberhoffer R, Michna H†
Doping und Dopingprävention: Kenntnisse, Einstellungen und Erwartungen von Athleten und Trainern


Ergebnisbericht zur wissenschaftlichen Studie in Zusammenarbeit mit dem SV Germering

Entwicklung und Evaluation eines bewegungsorientierten kardiovaskulären Präventionsprogramms im Kindesalter – ein Pilotprojekt an Grundschulen in Germering.

Ergebnisse der medizinischen Untersuchungen
(in Bearbeitung!)
Ergebnisse der sportwissenschaftlichen Untersuchungen
(in Bearbeitung!)