Prof. Wacker als Vorsitzende des wissenschaftlichen Beirats an 3. Teilhabebericht der Bundesregierung beteiligt

Prof. Dr. Elisabeth Wacker, Ordinaria des Lehrstuhls für Diversitätssoziologie, war als Vorsitzende des wissenschaftlichen Beirats maßgeblich am 3. Teilhabebericht der Bundesregierung über die Lebenslagen von Menschen mit Beeinträchtigungen beteiligt. Dieser ist am Freitag, 30. April 2021, veröffentlicht worden.


Der 3. Teilhabebericht basiert größtenteils auf Daten aus den Jahren 2009 bis 2017. Die Zahl der Menschen mit Beeinträchtigungen in Deutschland ist in dieser Zeit um neun Prozent auf 13,09 Millionen (2017) gestiegen. Eine Entwicklung, die vor allem auf den demografischen Wandel sowie einen Anstieg bei Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen zurückzuführen ist. Besonders stark hat zudem die Anzahl der Menschen mit Beeinträchtigungen und einem Migrationshintergrund zugenommen, und zwar um 30 Prozent zwischen 2009 und 2017. Einen Schwerpunkt des Berichts bildet die soziale Einbindung von Menschen mit Beeinträchtigungen und Behinderungen.

Erstmals fließen in den Teilhabebericht Ergebnisse einer bundesweit durchgeführten „Repräsentativbefragung zur Teilhabe von Menschen mit Behinderungen“ mit ein, die vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) in Auftrag gegeben wurde. Sie soll insbesondere die tatsächlichen Teilhabebedingungen untersuchen.

Im Bericht befindet sich zudem das 140 Seiten umfassende Kapitel „Gesundheit – Teilhabechancen – Diskriminierungsrisiken“, das vom wissenschaftlichen Beirat konzipiert und verfasst wurde. „Die Ausführungen zu diesen drei Stichwörtern richten einen analytischen und kritischen Blick auf die Gesundheitsversorgung sogenannter vulnerabler Bevölkerungsgruppen“, erklärt Prof. Wacker. „Zugleich enthält dieses Teilkapitel neben einer längeren Vertiefung zu dem Thema Einsamkeit auch ein Unterkapitel zu Corona inklusive neuester Literatur. Das ist nicht nur wissenschaftlich extrem spannend, sondern auch noch hochaktuell an der Schnittstelle zwischen Politik und Wissenschaft, die wir gerade im Alltag lebendig erfahren.“

Neben der Präsentation der Fakten geben im Bericht publizierte Kommentare des wissenschaftlichen Beirats Einblick in aktuelle, wissenschaftliche Diskurse und formulieren Erwartungen an die Inklusionspolitik in Bund und Ländern. „Ich finde das ein sehr schönes und bewährtes Format, dass wir als wissenschaftlicher Beirat über unsere unabhängigen Kommentare, die unverändert veröffentlicht werden, den Bericht aktiv mitgestalten und zur kritischen Diskussion anregen können“, so Wacker.

„Die Veröffentlichung dieses Berichts fällt in eine Zeit, die für Menschen mit Behinderungen sehr herausfordernd ist“, stellt Hubertus Heil, Bundesminister für Arbeit und Soziales, im Vorwort des Teilhabeberichts fest. „Sie sind von der Corona-Pandemie auf vielfältige Weise betroffen und benötigen besondere Unterstützung. Deshalb hat die Bundesregierung frühzeitig Maßnahmen ergriffen, um Einrichtungen und Hilfsstrukturen für Menschen mit Behinderungen in der Krise abzusichern. Ich nenne beispielhaft das Sozialdienstleister-Einsatzgesetz und den mit 100 Millionen Euro ausgestatteten Corona-Teilhabefonds.“

Der Bundesarbeitsminister dankt in seinem Vorwort allen Mitgliedern des wissenschaftlichen Beirats, aber insbesondere der Vorsitzenden Frau Prof. Wacker: „Insgesamt zehn namhafte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler unter Leitung der Diversitätssoziologin Frau Prof. Dr. Elisabeth Wacker (TU München) haben im Austausch mit dem durchführenden Institut, der Prognos AG und meinem Team im BMAS immer wieder um eine gute Analyse und verständliche Darstellung gerungen. Ich bin der Meinung, das Ergebnis kann sich sehen lassen und den Beteiligten gebührt mein Respekt und meine Anerkennung.“
 

Die Bundesregierung veröffentlicht alle vier Jahre einen Bericht über die Lage von Menschen mit Beeinträchtigungen in Deutschland. Unter Federführung des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales erfüllt sie damit die im Sozialgesetzbuch Neuntes Buch (§ 88 SGB IX) und Artikel 31 des Übereinkommens über die Rechte von Menschen mit Behinderungen (UN-BRK) verankerte Berichtspflicht.

 

Zum 3. Teilhabebericht der Bundesregierung über die Lebenslagen von Menschen mit Beeinträchtigungen

Zur Homepage des Lehrstuhls für Diversitätssoziologie

 

Kontakt:

Prof. Dr. Elisabeth Wacker
Lehrstuhl für Diversitätssoziologie
Georg-Brauchle-Ring 60/62
80992 München

E-Mail: Elisabeth.Wacker(at)tum.de

 

Text: Romy Schwaiger
Fotos: BMAS/Astrid Eckert/TUM