Lehrstuhl für Sportbiologie erstellt Hygienekonzepte zur Coronavirus-Infektionskontrolle in Fitnessstudios für deutsche und holländische Dachverbände


Wie lässt sich die Aerosol-bedingte SARS-CoV-2 Infektion im Fitnessstudio vermeiden?

Die durch die COVID-19-Pandemie bedingten Schließungen haben Fitnessstudios hart getroffen. Um Fitnesstudios nach dem Höhepunkt der COVID-1-Pandemie wieder zu öffnen waren Hygienekonzepte gefordert, die sicher stellen, dass Fitnesstudios die durch das SARS-CoV-2 verursachten Risiken identifizieren und mit effektiven Strategien minimieren. 

Hier wurde Prof. Dr. Henning Wackerhage von dem Deutschen Industrieverband für Fitness und Gesundheit e.V. (DIFG) beauftragt zusammen mit einem multidisziplinären Wissenschaftler Team ein Gutachten zu erstellen. Mitglieder des Teams waren die Betriebsärztin Dr. Andrea Dietlmeier, die Juristin Prof. Dr. Angela Lindfeld, der schottische Virologe Prof. Dr. Roger Everett, der Fitnesswissenschaftler Prof. Dr. Stephan Geisler und der wissenschaftliche Mitarbeiter Dr. Martin Schönfelder. Kern des Gutachtens war ein 5-Punkte-Plan mit den Punkte: 

  1. Mitarbeiterschulung über das SARS-CoV-2-Coronavirus, die dadurch hervorgerufene COVID-19-Krankheit, Ansteckungswege, Desinfektion, Risikogruppen usw. Inhaber von Fitnessstudios sollten ihre Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen auch täglich z.B. per E-Mail über die Fallzahlenentwicklung im Landkreis und in Deutschland (Robert-Koch-Institut-Dashboard) informieren. 
  2. Information von Mitgliedern:  Mitglieder sind teilweise verängstigt und müssen darüber informiert werden, wie ihr Fitnessstudio umorganisiert wird und wie es insbesondere das SARS-CoV-2-Infektionsrisiko reduziert. 
  3. Betrieb des Fitnessstudios anpassen, um Tröpfchen-, Aerosol- und Schmierinfektionen zu vermeiden.
  4. Schutz von COVID-19-Risikogruppen durch Information und spezielle Schutzmaßnahmen.
  5. Prozedurplanung, um schnell und geplant zu reagieren, wenn sich z.B. Mitglied mit COVID-19-Symptomen im Studio befindet oder wenn ein Mitglied nach Studiobesuch mitteilt, dass es positiv auf das Coronavirus getestet wurde. Siehe auch www.gesundheit-braucht-fitness.de. 

Dieses detaillierte Gutachten wurde gut aufgenommen, wurde laut unserer Information bei der Erstellung der Richtlinien in Nordrhein-Westfalen berücksichtigt und hat sich auch international herum gesprochen. 

So erhielt der Lehrstuhl dann auch kurz darauf eine Anfrage von NL Actief, um niederländische Fitnesstudios bezüglich der Gefahr einer SARS-CoV-2-Übertragung durch Aerosol in Fitnessstudios zu beraten. Hierzu wurde Prof. Dr. Giorgio Buonanno rekrutiert, dessen Expertise die Infektionskontrolle in Gebäuden ist sowie wiederum der schottische Virologe Prof. Dr. Roger Everett und der wissenschaftliche Mitarbeiter Dr. Martin Schönfelder. Innerhalb einer Woche erstellte das Wissenschaftlerteam eine detaillierte Analyse zur SARS-CoV-2 Infektion über Aerosol und wie man derartige Infektionen z.B. durch Lüftungsstrategien, Begrenzung von Nutzerzahlen und der Vermeidung von Belastungen mit hoher Intensität usw. so kontrollieren kann, so dass die Gefährdung nicht höher ist als z.B. in Restaurants, bei Friseuren oder in Kirchen. 

Der Lehrstuhl für Sportbiologie versteht sich als wissenschaftlicher Partner für Fitnessstudios, die einen wichtigen Beitrag zur Gesundheit und Fitness in Deutschland und weltweit leisten. Gerade daher war es für uns wichtig mit maximalem Einsatz unabhängig und mit der richtigen Kombination von Kompetenzen plausible Gutachten zu erstellen, die es Fitnessstudios unter Auflagen erlaubt beim Abflauen der ersten Welle der COVID-19-Pandemie wieder zu öffnen, während SARS-CoV-2-Infektionen in Fitnesstudios effektiv vermieden werden.