WALKI-MUC

 

Auf einen Blick

Durch das Projekt "Förderung von Bewegungsangeboten und der Walkability für Kinder und Jugendliche in München - WALKI-MUC" soll mittels verschiedener Maßnahmen die Walkability/Bewegungsfreundlichkeit von ausgewählten Stadtvierteln in der Landeshauptstadt München (z.B. Giesing/Ramersdorf/Moosach/Hasenbergl und/oder Max-Vorstadt) erstmalig aus der subjektiven Wahrnehmung von den in den Stadtvierteln wohnenden Kindern und Jugendlichen (respektive deren Eltern/Erziehungsberechtigten) systematisch erfasst und beschrieben werden. Die erzielten Erkenntnisse werden anschließend mit Ergebnissen von partizipativen Ansätzen zur Erfassung und Beschreibung von konkreten, sinntragenden Orten für Bewegung im öffentlichen Raum verknüpft. Um es einer möglichst großen Anzahl von Kindern und Jugendlichen zu ermöglichen, diese identifizierten Orte zu erreichen und aktiv zu nutzen, sollen die Orte schließlich auf einer interaktiven Onlineplattform dargestellt und veröffentlicht werden. Unter Einbezug von Kindern und Jugendlichen aus den ausgewählten Stadtvierteln, sollen die auf der Plattform dargestellten Bewegungsmöglichkeiten und Bewegungsangebote sukzessive erweitert werden.

 

Hintergrund

Im Zuge des seit geraumer Zeit zu beobachtendem Phänomen der Landflucht bzw. Urbanisierung zeigen Kinder und Jugendliche eine zunehmende Distanz zu natürlichen Räumen – über alle Bevölkerungsgruppen und -schichten hinweg. Gleichzeitig bieten öffentliche Räume der Bevölkerung zunehmend weniger Möglichkeiten zur Interaktion mit natürlichen Räumen, da Flächen bebaut und versiegelt werden.

Mit dieser Entwicklung einhergehend, schwinden auch potenzielle positive Effekte einer Auseinandersetzung mit und in natürlichen Räumen und damit Möglichkeiten der sozialen Interaktion und der gesundheitsförderlichen körperlichen Aktivität in diesen Umgebungen. Es ist anzunehmen, dass die verringerte Verfügbarkeit und Nutzung natürlicher Räume auch negative Auswirkungen auf das Gesundheitsverhalten von Kindern und Jugendlichen haben. So erfüllen beispielsweise mehr als 70% der 3- bis 17-Jährigen in Deutschland nicht die Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation für körperliche Aktivität und können somit als tendenziell inaktiv bezeichnet werden.

In diesem Kontext ist die Geh- bzw. Bewegungsfreundlichkeit, die sogenannte „Walkability“, einer Stadt für die Gesundheitsförderung von besonderer Bedeutung. Die Walkability oder Bewegungsfreundlichkeit der Wohnumgebungen von Kindern und Jugendlichen wurde in Deutschland bisher kaum aus deren Sicht betrachtet und bewertet.

 

Entwicklungen in der Stadt München

Aus einem Demografiebericht der Landeshauptstadt München aus dem Jahr 2019 geht hervor, dass der anhaltende Zuzug im Großraum München zu einem prognostizierten Bevölkerungswachstum von 14,7% im Zeitraum 2017 bis 2035 und dadurch zu einer zunehmenden Bebauung und Verdichtung führt.

Gleichzeitig hat die Landeshauptstadt München den Anspruch an sich definiert, eine lebenswerte Stadt mit vielfältigen, öffentlich zugänglichen Bewegungsmöglichkeiten und Bewegungsangeboten zu sein. Die Qualität der öffentlichen Freiräume sowie Freiflächen, und insbesondere deren Wahrnehmung sowie Nutzung der Bevölkerung, hat dabei eine besondere Bedeutung für die Gesundheit und Lebensqualität. Erste Lösungsansätze, Handlungsfelder und Perspektiven wurden hierzu im Rahmen des "Freiraum 2030 Konzepts" und den definierten Schüsselprojekten, wie z.B. der Wegekonzeption für den Münchner Grüngürtel und die Mehrfachnutzung von Flächen und Freiräumen erarbeitet.

 

Ziel des Projekts

Das übergeordnete Ziel ist es, die Walkability/Bewegungsfreundlichkeit in München aus Sicht der Zielgruppe der Kinder und Jugendlichen für ausgewählte Stadtviertel möglichst umfassend zu beschreiben, vorhandene Bewegungsmöglichkeiten und Bewegungsangebote mit verschiedenen digitalen Tools zu erfassen, qualitativ zu beschreiben und einer breiten Öffentlichkeit, insbesondere den Kindern und Jugendlichen, zugänglich zu machen. Dadurch soll es einer großen Anzahl von Kindern und Jugendlichen, v.a. in den ausgewählten Stadtvierteln, erleichtert werden, ihr Wohnumfeld zu erkunden und verschiedene Orte für Bewegung stärker wahrzunehmen und aktiv zu nutzen. Hierdurch sollen gesundheitsförderliche Verhaltensweisen bei Kindern und Jugendlichen aufgebaut, erweitert und dauerhaft etabliert werden, insbesondere eine Reduzierung von sitzendem Verhalten und gleichzeitig eine Erhöhung der körperlichen Aktivität, und somit der Aufbau von gesunden Lebensstilen unterstützt werden.

 

Zeithorizont

Beginn: 05/2021; Ende: 05/2023

Das Projekt hat eine Laufzeit von 2 Jahren, begann im Mai 2021 und endet im Mai 2023.

 

Perspektiven und Vernetzung

Bisher fehlen digitale Informationen und Plattformen, die flächendeckend die Bewegungsmöglichkeiten und Bewegungsangebote im öffentlichen Raum für München erfassen, aufbereitet zur Verfügung stellen und dadurch Anreize schaffen, dass diese von den zunehmend digital vernetzten Generationen, vor allem von Kindern und Jugendlichen, erkannt und aktiv (spielerisch) genutzt werden. In Kombination mit der Förderung der Attraktivität des „Active Commuting“ kann die Digitalisierung von Bewegungsmöglichkeiten und Bewegungsangeboten im öffentlichen Raum einen wichtigen Beitrag zur langfristigen bewegungsbezogenen Gesundheitsförderung sowie zur sinnstiftenden Freizeitgestaltung von Kindern und Jugendlichen leisten.

Die Erkenntnisse aus „WALKI-MUC“, die dargestellten Orte für Bewegungsmöglichkeiten und Bewegungsangebote für Kinder und Jugendlichen im öffentlichen Raum, sollen mit der im Projekt "Virtual Health - KIJANI" entwickelten App verknüpft werden, sodass die Gamifikationsinhalte der App an sinntragenden Orten zum Einsatz kommen. Mit den Projektvorhaben soll ein wesentlicher Beitrag für die Forschung und Praxis im Bereich der Schnittstelle zwischen Gesundheitsförderung und Stadtentwicklung geleistet werden.

 

Kooperationspartner

  • Jens Klinker, TUM Professur für Digital Health
  • Herr Prof. Dr. Andreas Humpe, Hochschule München, Fakultät für Tourismus
  • Frau Dr. Birgit Böhm, TUM Professur für Präventive Pädiatrie

 

Kontakt

Wir freuen uns über alle interessierten Kinder, Jugendliche und Eltern, die an der Studie teilnehmen wollen!

Für Fragen zu WALKI-MUC melden Sie sich gerne bei uns.

 

Dr. Joachim Bachner & Daniel Scheller