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Die perfekte Sportstunde

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Wie sieht eine perfekte Sportstunde für Grundschulkinder aus? Und wie kann man diese 45 Minuten am besten nutzen? Diesen Fragen stellte sich Dr. Thomas Froschmeier vom Fachgebiet Sportdidaktik. Im Rahmen eines Artikels für die "Süddeutsche Zeitung für Kinder" entwickelte Froschmeier gemeinsam mit der Klasse 4b der Münchner Grundschule an der Gerastraße eine Schulstunde. Dr. Froschmeier integrierte das Projekt in das Seminar "Unterrichtsbeobachtung und Analyse". Dort begleiten Studenten den Sportunterricht an Grundschulen, sammeln so Praxiserfahrung.

Das Konzept sah drei Schritte zur Entwicklung der Sportstunde vor. Zunächst analysierte Dr. Froschmeier gemeinsam mit zwei Studierenden, welche Wünsche und Ansprüche die Kinder an ihre Sportstunde stellen. Dabei konstatierten die Forscher von der Technischen Universität München (TUM) drei Hauptanliegen. Erstens sollten die Stunden weniger stark durch Old-School-Angebote strukturiert werden. "Nur Leichtathletik zu machen, weil gerade Bundesjugendspiele sind, kommt bei den Schülern nicht an. Die Kinder erwarten hier mehr Abwechslung. Außerdem möchten sie eigene Vorstellungen einbringen", sagt Froschmeier. Zweitens fordern die Kinder einen stärkeren Fitness-Aspekt ein. "Viele von ihnen wollen sich im Sportunterricht auspowern, haben aber keine Möglichkeit dazu", erklärt Froschmeier. Der dritte Wunsch der Kinder: Ballspiele, bei denen alle mitmachen können.

Auf Basis dieser Vorschläge leitete Froschmeier einen Workshop, bei dem die Kinder gemeinsam mit den TUM-Studenten eine Musterstunde entwickelten. Das Konzept: eine Zweiteilung der Halle in einen Ballsportteil und einen Fitnessteil. "Die Kinder sollten selbst entscheiden können: ,Möchte ich mich heute auspowern oder lieber ein Ballspiel?'", sagt Froschmeier. So bestand der Ballsportteil aus den Spielen "Tschoukball" und "Amerikanisches Völkerball", der Fitnessteil aus Hindernissen, Leitern und Kastenübungen. In einem anschließenden Test zeigte sich: Die Stunde funktioniert, die Kinder waren begeistert.

Das Ergebnis wurde Anfang Juli als Beitrag in der "Süddeutschen Zeitung für Kinder" veröffentlicht. Die Sonderausgabe liegt viermal im Jahr der Gesamtausgabe der Süddeutschen Zeitung bei und richtet sich vornehmlich an die junge Zielgruppe der Acht-bis Zwölfjährigen. SZ-Autoren beleuchten darin angepasst an die Zielgruppe die Bereiche Politik, Kultur, Wissen, Wirtschaft und Sport. Die Publikation hat eine Reichweite von rund 400 000 Exemplaren. Zusätzlich können Grundschulen gegen Bezahlung der Versandkosten Klassenexemplare bestellen. So erreicht der Sonderteil rund 160 000 Schüler.

Den Artikel aus der SZ für Kinder können Sie hier einsehen