Aufbau des Projekts

 

Die Gesamtkonzeption der Studie sah einen Aufbau in drei Säulen vor (s. Abb). Hierbei wurden sowohl Aspekte der Verhaltensprävention als auch der Verhältnisprävention mit Hilfe quantitativer und qualitativer Methoden untersucht. Die Schwerpunkte lagen unter anderem in einer Längsschnittstudie zur Erfassung potentiell gesundheitsbezogener Veränderungen, bei der Kinder in Folge von "Skipping Hearts" gegenüber einer Kontrollgruppe (Evaluationssäule I) verglichen wurden. Zusätzlich wurden überdauernde verhaltenspräventive Aspekte bei den Lehrkräften und Eltern (Evaluationssäule II) ermittelt sowie langfristig angelegte verhältnispräventive Aspekte in den Schulen (Evaluationssäule III) untersucht. Während in der Nacherhebungsuntersuchung (Evaluationssäule I) weiterhin beide Programme von "Skipping Hearts" (Basic/ Champion) Berücksichtigung fanden, wurden für die Evaluationssäulen II und III nur Schulen einbezogen, die nach dem einmaligen Basic-Workshop auch das weiterführende Champion-Programm absolvierten, da aufgrund des Umfangs und der Intensität des Programmes hier langfristige Erfolge zu erwarten waren.

Evaluationssäule I

In Evaluationssäule I erfolgte eine Nacherhebungsuntersuchung zur Evaluation des Schuljahres 2011/2012. Diese Messung wurde drei Jahre nach dem zurückliegenden „Posttest“ (letzte Erhebung innerhalb des "Skipping Hearts" Projektes) durchgeführt und sollte die Nachhaltigkeit der damals positiven Effekte überprüfen. Ziel war es dabei zunächst alle Kinder der „alten“ Stichprobe wiederzufinden und dann deren Bereitschaft, weiterhin freiwillig an der Studie teilzunehmen, zu ermitteln. Die Untersuchung beinhaltete analog zur Vorevaluation eine umfassende sportmotorische Diagnostik sowie eine Aktivitätsmessung (Accelerometrie, Aktivitäts-/ Motivationsfragebogen). Zusätzlich wurde in die neue Studie der Parameter „Lebensqualität“ aufgenommen, der anhand des „KINDL®“ Fragebogens sowohl die Eigeneinschätzung (Kinder) als auch die Fremdeinschätzung (Eltern) der gesundheitsbezogenen Lebensqualität von Kindern erfasst.

Evaluationssäule II

Im Rahmen der Evaluationssäule II wurde bundesweit das Verhalten von Lehrern und Eltern in Bezug auf den langfristigen Erfolg des Programmes untersucht. Hierzu fand mit Lehrkräften und Schulleitern vor ihrer ersten Teilnahme (Ende Schuljahr 2014/15) an "Skipping Hearts" zunächst eine Befragung zu deren Beweggründen für die Teilnahme, den Zielen sowie den Erwartungen an derartige Präventionsprogramme teilzunehmen statt. Im Folgejahr (Ende Schuljahr 2015/16) wurden zusätzlich alle Schulen befragt, die bislang an "Skipping Hearts" teilgenommen haben. Hierbei standen sowohl die direkten Effekte des Programmes als auch die Motivation der Lehrkräfte, das Programm weiter durchzuführen, im Fokus. Darüber hinaus sollten die Teilnehmer "Skipping Hearts" bewerten, damit am Ende Handlungsempfehlungen zur Gestaltung neuer Präventionsprojekte abgeleitet werden können und bei der Entwicklung zukünftiger Programme sinnvollen Einsatz finden. Zeitgleich lief eine Befragung der Eltern der teilnehmenden Kinder, die der Frage nachging, inwiefern ihnen das Projekt bekannt bzw. in Erinnerung geblieben war (Sensibilisierung der Eltern) und ob es Verhaltensänderungen bei den Kindern im Alltag (Transfer von Schule in Freizeit), aber auch bei Familienaktivitäten bewirkte.

Evaluationssäule III

Die dritte Evaluationssäule beschäftigte sich mit dem Bereich der Verhältnisprävention. Mittels Fragebogen und Interviews wurden Schulleiter und Lehrer bundesweit zu strukturellen Veränderungen an deren Schule aufgrund des Programmes befragt (z.B. strukturelle Veränderungen auf dem Schulhof, damit die Kinder mehr Seil springen können, ob die zur Verfügung gestellten Materialien, wie Sprungseile, 10 Stundeneinheiten, Plakate/ Poster, Schülertrainingshefte, etc. noch genutzt wurden bzw. ob sogar Neuanschaffungen getätigt wurden). Der Befragungszeitpunkt lag mindestens ein Jahr nach Ende der Intervention (Ende Schuljahr 2015/16). Auch hier verfolgte man im Sinne einer Vollerhebung den Ansatz, dass alle bei der Deutschen Herzstiftung registrierten Schulen, die seit Beginn des Projekts im Schuljahr 2006/07 bis zum Schuljahr 2014/15 das "Skiping Hearts" Champion-Programm absolvierten, in die Befragung einbezogen wurden. Mit Hilfe von Fragebögen und Interviews wurden (möglicherweise veränderte) Verhältnisse an der Schule, die direkt oder indirekt – speziell bezogen auf "Skipping Hearts" - ausgelöst wurden, erfasst. Als Schnittstelle der Verhaltens- und Verhältnisprävention wurden die jeweils zuständigen Mitarbeiter der Kultusministerien bzw. Landesschulämter oder Bezirksregierungen der sieben, an "Skipping Hearts" teilnehmenden Bundesländer, interviewt, um Informationen über eine mögliche, auch langfristige Verankerung bzw. Förderung eines solchen Präventionsprogrammes zu erhalten.