Artikel von Prof. Dr. Köhler zu Blutplasma-Sammelkarte im „European Journal of Haematology“ veröffentlicht


Mit der Sammelkarte von "Novilytic" wird bereits bei der Abnahme das Blutplasma von den Blutkörperchen getrennt

Prof. Dr. Karsten Köhler ist seit 1. Juli 2019 Tenure-Track-Professor für Bewegung, Ernährung und Gesundheit

Eignet sich eine Blutplasma-Sammelkarte, um auf minimalinvasive Art und Weise den Eisenstatus zu testen? Dieser Frage ging Prof. Dr. Karsten Köhler, Leiter der Professur für Bewegung, Ernährung und Gesundheit, zusammen mit Wissenschaftlern der „University of Nebraska-Lincoln“ (USA) in einer Studie nach. Diese wurde nun im „European Journal of Haematology“ veröffentlicht, das einen Impact Faktor von 2,217 hat.

„Die Idee zur Studie wurde entwickelt, als bei jungen Sportlern Untersuchungen in Sporthallen vorgenommen wurden, um die Ernährung im Hinblick auf bestimmte Leistungsmerkmale zu untersuchen“, schildert Prof. Köhler den Ausgangspunkt. Vor allem bei Jugendlichen, die viel Sport treiben, sei der Eisenbedarf erhöht bzw. bereits ein Mangel vorhanden. „Nachdem in den Sporthallen aber keine perfekten Laborbedingungen herrschen, hat mein Kollege Jiri Adamec von der University of Nebraska-Lincoln, der im Bereich der Biochemie forscht, dieses neuartige System ins Spiel gebracht.“

Die Sammelkarte in der Größe einer Visitenkarte trennt bei der Abnahme die Blutkörperchen vom Blutplasma, das direkt im enthaltenen Schwammtuch gesammelt wird. Anstatt die Probe im Labor zentrifugieren, kühlen und einfrieren zu müssen, übernimmt die „Noviplex“-Karte der Firma „Novilytic“ sämtliche Schritte. Zudem kann die Karte anschließend unter normalen Bedingungen gelagert oder sogar per Post verschickt werden. „Eine weitere Zielsetzung war auch die Vereinfachung des Prozesses“, erklärt Prof. Köhler. So könnten in Zukunft Athlet_innen die Blutprobe selbständig entnehmen. Unter diesen Bedingungen könne die Blutabnahme deutlich einfacher gestaltet werden.

Die Studie wurde mit 20 Teilnehmern, davon zehn Frauen und zehn Männer, durchgeführt. Sowohl mit der Blutplasma-Sammelkarte als auch über eine venöse Abnahme mit einem Röhrchen wurden die Eisen-Werte bestimmt. Ergebnis war, dass es im Hinblick auf den Ferritingehalt eine deutliche Übereinstimmung zwischen den beiden Blutproben gab. Weitere „Noviplex“-Karten wurden zwei Wochen bei Raumtemperatur gelagert und erst dann analysiert. Dies führte zwar zu einer leicht geringeren, aber nach wie vor guten Übereinstimmung des Ferritins im Vergleich zur venösen Blutprobe. Somit konnte anhand eines Biomarkers das System validiert werden.

Langfristig möchte das Forscherteam mit der Karte die minimalinvasive Methode zur Entnahme von Blutparametern etablieren und erweitern. Hierfür sollen perspektivisch weitere Proteine untersucht werden, wodurch eine Individualisierung der Parameteranalyse und Ernährungsempfehlungen möglich wäre.

Zum Artikel im "European Journal of Haematology"

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Kontakt:

Prof. Dr. Karsten Köhler
Professur für Bewegung, Ernährung und Gesundheit
Georg-Brauchle-Ring 60/62
80992 München

Telefon: 089 289 24488
E-Mail: karsten.koehler(at)tum.de

Text: Romy Schwaiger
Fotos: „Novilytic“/privat