Bayerischer Innen- und Sportminister Joachim Herrmann besucht TUM Campus im Olympiapark

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Univ.-Prof. Dr. Stephanie Combs, Dekanin der TUM School of Medicine and Health, begrüßte den Bayerischen Sport- und Innenminister Joachim Herrmann am TUM Campus im Olympiapark
Auch Prof. Dr. Joachim Hermsdörfer, Head des Departments Health and Sport Sciences hieß Staatsminister Herrmann am TUM Campus im Olympiapark willkommen
Dr. Claudia Kern (im roten T-Shirt) demonstrierte, wie sich Klettern positiv auf die Erkrankung Multiple Sklerose auswirken kann
Geschäftsführer Dr. Till Lorenzen, Innen- und Sportminister Joachim Herrmann, Department Head Prof. Dr. Joachim Hermsdörfer und Dekanin Univ.-Prof. Dr. Stephanie Combs (v. l. n. r.) im Gespräch
Im Living Lab zeigte der Lehrstuhl für Bewegungswissenschaft, wie Wearables genutzt werden können, um eine Aussage über das wahre Alltagsverhalten von Patient_innen zu treffen
Staatsminister Herrmann (r.) testete unter Hilfestellung von Prof. Dr. David Franklin (l.) einen interaktiven Roboter, wodurch sensomotorische und kognitive Funktionen des Gehirns durch Veraltensaufgaben bewertet werden können
Dekanin Univ.-Prof. Dr. Stephanie Combs (l.) im Gespräch mit Innen- und Sportminister Joachim Herrmann
Dr. Florian Paternoster (2. v. r.) demonstrierte, wie Kraftpotenzierung als Folge von exzentrischer Muskelarbeit stattfindet
Im Labor der Professur für Bewegung, Ernährung und Gesundheit erläuterte Prof. Dr. Karsten Köhler (2. v. r.) im Zuge einer Spiroergometrie, welchen Einfluss Ernährungsinterventionen auf den Stoffwechsel und den Kohlenhydrathaushalt besitzen

Der Bayerische Innen- und Sportminister Joachim Herrmann hat am Dienstag, den 23. Januar 2024, den TUM Campus im Olympiapark (TUM CiO) besichtigt. Nachdem Herrmann bereits im Februar 2023 im Rahmen einer Absolventenfeier der Polizeiberg- und -skiführer zu Gast am Campus war, folgte er nun einer Einladung für einen erweiterten Rundgang. Während alle Hörsäle, Seminarräume und Sporthallen bereits seit Oktober 2021 in Betrieb sind, wird voraussichtlich bis Mitte 2025 der dritte und letzte Bauabschnitt des Neubaus fertiggestellt.

Bei seinem Besuch zeigte sich der Innen- und Sportminister begeistert über einen der modernsten wissenschaftlichen Standorte der Gesundheits- und Sportwissenschaften in Europa, der pro Semester von rund 3.000 Studierenden genutzt wird: „Der Freistaat Bayern beteiligt sich an dem Projekt schon jetzt mit über 211 Millionen Euro – das sind wichtige, zukunftsweisende Investitionen für München und Bayern. Bayern kann stolz sein auf dieses Leuchtturmprojekt."

Zum 1. Oktober 2023 wurden die ehemaligen Fakultäten für Medizin sowie für Sport- und Gesundheitswissenschaften zur neuen TUM School of Medicine and Health fusioniert. Dekanin Univ.-Prof. Dr. Stephanie Combs erklärte Staatsminister Herrmann im Gespräch, welche Vorteile sich dadurch ergeben: „Die neue TUM School of Medicine and Health verbindet einzigartig die Themen Medizin, Sport- und Gesundheitswissenschaften miteinander. Und diese Verbindung wird am TUM Campus im Olympiapark auf hervorragende Art und Weise gelebt. Die Medizin profitiert davon, wenn Menschen sich sportlich betätigen und in Bewegung bleiben, da Sport und Bewegung die beste Prävention für Krankheiten darstellt. In den Laboren am Campus kann unter anderem untersucht werden, wie Patient_innen trainiert und fit gemacht werden, um nach einer Erkrankung wieder aus der Klinik entlassen werden zu können.“

Im Rahmen des Rundgangs erhielt Herrmann exklusive Einblicke in die Konzeption des Campus sowie die verschiedenen Abschnitte wie beispielsweise die Labor- und Diagnostikbereiche. „Wir wollten am TUM Campus im Olympiapark mit der zentral verlaufenden Rue Interieur gläserne Einblicke in die Hallen und Seminarräume bieten. Was den Campus insbesondere auch auszeichnet, ist die Verbindung von Theorie und Praxis. Was theoretisch im Rahmen von Vorlesungen oder Seminaren in den Hörsälen gelernt wird, kann anschließend in den Sporthallen und Diagnostikbereichen praktisch geübt und angewandt werden“, so Dr. Till Lorenzen, Geschäftsführer der TUM School of Medicine and Health.

Beim ersten Programmpunkt in der Kletterhalle demonstrierte Dr. Claudia Kern vom Lehrstuhl für Präventive Pädiatrie, wie Menschen mit Multipler Sklerose anhand des Kletterns ihre Muskelkraft, Kondition und intramuskuläre Koordination trainieren können. Beim anschließenden Besuch der Diagnostik- und Laborspange zeigte der Lehrstuhl für Bewegungswissenschaft, wie anhand der exakten Messung von Kopferschütterungen bei Kopfbällen mögliche Gesundheitsgefährdungen untersucht werden können. Im Living Lab wurde zudem demonstriert, wie Störungen der Handfunktion im Alltag kontrolliert untersucht werden können.

„In den Laboren wie z. B. dem Living Lab können wir lebensähnliche Situationen darstellen“, erläutert Univ.-Prof. Dr. Joachim Hermsdörfer, Head des Departments Health and Sport Sciences und Leiter des Lehrstuhls für Bewegungswissenschaft. „Die Diagnostik, die wir auch mit sogenannten ‚Wearables‘ durchführen, kann eine Aussage über das Alltagsverhalten von Patient_innen mit z.B. einer Demenzerkrankung bzw. nach einem Schlaganfall treffen, indem wir gewöhnliche Lebenssituationen simulieren. Diese finden in einer kontrollierten, beobachtbaren Umgebung statt und bilden daher eine gute Schnittstelle zwischen Klinik und dem Alltag der Patient_innen.“

Prof. Dr. David Franklin, Leiter der Professur für Neuromuskuläre Diagnostik, erforscht robotische Ansätze zur Erforschung der sensomotorischen Kontrolle des Menschen. Mithilfe eines interaktiven Roboters werden die sensomotorische und kognitive Funktion des Gehirns durch Verhaltensaufgaben unter Verwendung der oberen Extremitäten bewertet. Von der vielfältigen Funktionsweise des Roboters konnte sich Innenminister Herrmann beim Besuch im Labor selbst einen Eindruck machen.

Anschließend demonstrierte Dr. Florian Paternoster von der Professur für Biomechanik im Sport, wie als Teil des DFG-Projekts „History Dependence of Muscle Action“ Kraftpotenzierung als Folge von exzentrischer Muskelarbeit stattfindet. Im Bereich der Diagnostikhalle legte Dr. Christine Hoffmann von der Angewandten Sportwissenschaft dar, wie mithilfe von modernster Kameratechnik bei Athlet_innen des Nationalkaders des Modernen Fünfkampfs ein Tracking-Verfahren zur Erfassung und Aufzeichnung von Bewegungen zum Einsatz kommt. Abschließend erläuterte Prof. Dr. Karsten Köhler, Leiter der Professur für Bewegung, Ernährung und Gesundheit, im Rahmen einer Spiroergometrie, welchen Einfluss Ernährungsinterventionen auf den Stoffwechsel und den Kohlenhydrathaushalt besitzen.

Das Forschungsziel der TUM School of Medicine and Health, Gesundheitsförderung und Prävention für sämtliche Altersgruppen der Gesellschaft zu verbessern, ist für den Innen- und Sportminister besonders wichtig. Die Forschungsergebnisse sollen in der Gesellschaft und für den Leistungssport implementiert werden. „Zentrale Forschungsfragen kommen unmittelbar der Bevölkerung und dem Sport zugute. So etwa, wie durch Bewegungs- und Ernährungskonzepte die Gesundheit der Menschen länger erhalten werden kann oder wie der kontinuierlichen Zunahme von Zivilisationskrankheiten wie Adipositas, Herzinfarkt und Schlaganfall wirkungsvoll begegnet werden kann", so Staatsminister Herrmann.
 

Kontakt:

Prof. Dr. Stephanie Combs
Dekanin TUM School of Medicine and Health
Klinik und Poliklinik für RadioOnkologie und Strahlentherapie
Ismaninger Str. 22
81675 München

Tel.: 089 4140 4501
E-Mail: stephanie.combs(at)tum.de

Univ.-Prof. Dr. Joachim Hermsdörfer
Head Department Health and Sport Sciences
Lehrstuhl für Bewegungswissenschaft
Georg-Brauchle Ring 60/62
80992 München

Tel.: 089 289 24550 / 24600
E-Mail: joachim.hermsdoerfer(at)tum.de

Dr. Till Lorenzen
Geschäftsführer TUM School of Medicine and Health
Ismaninger Str. 22
81675 München

Tel.: 089 4140 1201
E-Mail: till.lorenzen(at)tum.de


Text & Fotos: Romy Schwaiger