Fachbezogene Partnerschaft „CBResearch“

Auftraggeber: DAAD (finanziert aus Mitteln des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung)

Forschende Institution: Technische Universität München | Diversitätssoziologie

Projektleitung:

Lehrstuhl Diversitätssoziologie

Prof. Dr. Elisabeth Wacker
Uptown München-Campus D
Georg-Brauchle-Ring 60/62
80992 München
Tel.: +49 (89) 289 - 24460
Fax: +49 (89) 289 - 24463
E-Mail: elisabeth.wacker@tum.de

Kooperation mit:

Pwani University (Kenia)

Projektleitung an der Pwani University:

Prof. Dr. Halimu Shauri
Department of Social Sciences
Pwani University Kilifi, Kenia

Laufzeit: 2013-2016

Abschlussbericht: voraussichtlich im Dezember 2016

Projektmitarbeiterin: Dipl. Reha. Päd. Kathrin Schmidt

Ausgangslage:

Im Anschluss an die Weltgesundheitskonferenz in Alma-Ata im Jahre 1978 setzte sich die Weltgesundheitsorganisation (WHO) das Ziel, die Gesundheitsversorgung besonders in Entwicklungs- und Schwellenländern zu verbessern. Mit Blick auf die Personengruppe der Menschen mit Behinderung, die nach Schätzungen der WHO ca. 10 % der Weltbevölkerung ausmachen, sollte vor allem der Zugang zu Leistungen und Maßnahmen der medizinischen Rehabilitation verbessert werden. Im Laufe der 1980er Jahre entwickelte sich daher die Strategie der „Community-Based Rehabilitation“ (CBR), mit der Ressourcen zur Gesundheitsversorgung vor Ort besser genutzt werden sollten. Im Laufe der Jahre reifte CBR zu einer breiten Strategie zur „inklusiven Entwicklung“, die neben dem Handlungsfeld „Health“ auch die Bereiche „Education“, „Livelihood“, „Social Aspects“ und „Empowerment“ in den Blick nimmt. Dabei sollen im Rahmen von CBR-Projekten zwei Hauptziele verfolgt werden:

  1. „to ensure that people with disabilities are able to maximise their physical and mental abilities, to access regular services and opportunities, and to become active contributors to the community and society at large”
  2. “to activate communities to promote and protect the human rights of people with disabilities through changes within the community, for example, by removing barriers to participation” (Joint Position Paper of WHO, ILO and UNESCO, 2004)

Das Zusammenspiel von Individuum und seiner Umwelt (“twin-track-approach”) findet sich nicht nur im CBR Konzept, sondern ebenso in der UN-Behindertenrechtskonvention, die im Mai 2008 in Kraft getreten ist. Damit Menschen mit Beeinträchtigung gleichberechtigt an allen Bereichen der Gesellschaft teilhaben können, sind durch staatliche wie nicht-staatliche Organisationen entsprechende Maßnahmen zu treffen. Artikel 32 der UN-BRK verweist besonders auf die Bedeutung internationaler Kooperationen, die auch eine Zusammenarbeit in Lehre, Wissenschaft und Forschung beinhaltet. Schon weil die Erfahrungen mit den Konzepten und Strategien der CBR im Globalen Süden seit drei Jahrzehnten gesammelt wurden, stellt das Projekt keinen Wissenstransfer von „Nord“ nach „Süd“ dar, sondern basiert auf gemeinsamem Forschen und Entwickeln.

Neben der Diversity-Dimension „(Dis)ability“ werden im Rahmen von CBResearch auch weitere Aspekte von Heterogenität (Gender, kultureller/ethnischer Hintergrund, religiöse Orientierung, Bildungshintergrund, sozio-ökonomischer Status etc.) in den Blick genommen werden, die sich unweigerlich ergeben, wenn man den Fokus sowohl auf das Individuum als auch auf die Community/den Sozialraum (socio-spatial approach) richtet.

Zielsetzung:

Im Laufe von vier Jahren sollen im Projekt „CBResearch“ zunächst vier Module entwickelt werden, die sich an der CBR-Matrix orientieren und die Studierenden an die für CBR relevanten Grundlagen heranführen. Aufbauend auf ein einführendes Modul werden drei CBR-Komponenten im Laufe des Projekts vertiefend betrachtet.

  • Basismodul: „(Dis)ability, Participation and Community“
  • Vertiefendes Modul I: “Education and (Dis)ability”
  • Vertiefendes Modul II: “Livelihood and (Dis)ability”
  • Vertiefendes Modul III: “Empowerment and (Dis)ability”

In gemeinsamen Workshops werden diese Module von kenianischen und deutschen Studierenden getestet. Nach der Testphase werden die englischsprachigen Studienmodule dann online zugänglich sein.   Durch die Beteiligung der Studierenden an der Entwicklung der Module sowie durch die enge inhaltsbezogene Zusammenarbeit zwischen kenianischen und deutschen Kolleg*innen soll langfristig Forschungskompetenz im Bereich CBR bzw. Inklusion und sozialraumorientierte Gesundheitsförderung in Kenia und Deutschland aufgebaut werden.

Links: Kick-off-Veranstaltung